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PHP Magazin
Twitters neue API-Beschränkungen sorgen für Ärger

Vertreibung aus dem Paradies

Es war ein Donnerstag, der 16. August 2012, an dem für viele eine kleine Welt zusammenbrach. Michael Sippey veröffentlichte einen Blog-Post [1], dessen brisanter Inhalt bereits von vielen erwartet wurde: Version 1.1 des API beharrt auf einer Authentifizierung für den Zugriff, schreibt die Darstellung von Tweets vor und führt drastische Beschränkungen für die Anzahl der Zugriffe ein. Wie konnte uns das Unternehmen aus San Francisco nur aus dem Paradies vertreiben?

Tom Wießeckel


Eine Frage des GeschäftsmodellsDie Wahrheit jedenfalls ist kein allzu großes Geheimnis: das Ziel eines jeden Unternehmens muss es sein, Geld zu verdienen. Und leider ist es eine Tatsache, dass das Geschäftsmodell von Twitter im Moment darauf beruht, mit ihren so genannten „Promoted Tweets“, also bezahlten Werbeflächen, so viel Reichweite wie nur irgendwie möglich zu erzielen. Bisher ist genau das jedoch kein einfaches Unterfangen, da nicht wenige Clients eben diese Tweets ausgefiltert haben. Schuld daran sind Teile der Nutzungsbedingungen des API, bei denen es sich lediglich um Empfehlungen handelt, nicht jedoch um feste Vorgaben. Da es auch eine bestenfalls lasche Begrenzung der Zugriffe gab, konnte man als Entwickler praktisch schalten und walten wie man wollte – der Anwender lebte werbefrei. Doch das wird sich ändern, denn aus den bisherigen Empfehlungen für die Darstellung einzelner Tweets werden nun Vorgaben. Ein Anzeichen dafür, dass Promoted Tweets künftig in allen Clients angezeigt werden könnten. Und die Begrenzung der Anfragen an das API? Was bedeuten die Einschränkungen für uns Entwickler? Hier muss man deutlich zwei Bereiche unterteilen.Zum einen sind da die Anbieter von Third-Party Twitter-Clients, die mit einem Nutzerlimit von 100 000 Usern belegt werden. Alles, was darüber hinaus geht, bedarf einer deutlich engeren Zusammenarbeit mit Twitter. Das mag nach einer Möglichkeit klingen, sich ungeliebte Mitbewerber auf diesem Segment vom Hals zu schaffen. Doch ob das zu einem massenhaften Nutzerschwund führt, darf bezweifelt werden.Für uns Entwickler auf der anderen Seite besteht noch kein Grund, in hektische Panik zu verfallen. Vom Blog-Post an hatten alle sechs Monate Zeit, ihre Applikationen umzustellen. Dabei sollte man jedoch auch nicht vergessen, dass das Einbinden des API, um beispielsweise automatisierte Tweets bei neuen Posts zu versenden, im Moment noch nicht „in Gefahr“ ist. Natürlich besteht die Möglichkeit, dass Twitter auch hier irgendwann regulierend einreifen wird – Anzeichen dafür existieren jedoch noch nicht. Und wer Twitter-Daten für Statistiken oder Auswertungen nutzt, wird auch in Zukunft ein gern gesehener Gast des API sein.Persönlich mag man nun zu den Restriktionen stehen wie man möchte; geschätzte 95 Prozent der Twitter-Nutzer dürften von den Änderungen der Version 1.1 unberührt bleiben. Der eine oder andere wird sich wohl vom Client seiner Wahl verabschieden müssen, größere Schäden wird aber niemand zu befürchten haben...

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Twitters neue API-Beschränkungen sorgen für Ärger

Vertreibung aus dem Paradies

Es war ein Donnerstag, der 16. August 2012, an dem für viele eine kleine Welt zusammenbrach. Michael Sippey veröffentlichte einen Blog-Post [1], dessen brisanter Inhalt bereits von vielen erwartet wurde: Version 1.1 des API beharrt auf einer Authentifizierung für den Zugriff, schreibt die Darstellung von Tweets vor und führt drastische Beschränkungen für die Anzahl der Zugriffe ein. Wie konnte uns das Unternehmen aus San Francisco nur aus dem Paradies vertreiben?

Tom Wießeckel


Eine Frage des GeschäftsmodellsDie Wahrheit jedenfalls ist kein allzu großes Geheimnis: das Ziel eines jeden Unternehmens muss es sein, Geld zu verdienen. Und leider ist es eine Tatsache, dass das Geschäftsmodell von Twitter im Moment darauf beruht, mit ihren so genannten „Promoted Tweets“, also bezahlten Werbeflächen, so viel Reichweite wie nur irgendwie möglich zu erzielen. Bisher ist genau das jedoch kein einfaches Unterfangen, da nicht wenige Clients eben diese Tweets ausgefiltert haben. Schuld daran sind Teile der Nutzungsbedingungen des API, bei denen es sich lediglich um Empfehlungen handelt, nicht jedoch um feste Vorgaben. Da es auch eine bestenfalls lasche Begrenzung der Zugriffe gab, konnte man als Entwickler praktisch schalten und walten wie man wollte – der Anwender lebte werbefrei. Doch das wird sich ändern, denn aus den bisherigen Empfehlungen für die Darstellung einzelner Tweets werden nun Vorgaben. Ein Anzeichen dafür, dass Promoted Tweets künftig in allen Clients angezeigt werden könnten. Und die Begrenzung der Anfragen an das API? Was bedeuten die Einschränkungen für uns Entwickler? Hier muss man deutlich zwei Bereiche unterteilen.Zum einen sind da die Anbieter von Third-Party Twitter-Clients, die mit einem Nutzerlimit von 100 000 Usern belegt werden. Alles, was darüber hinaus geht, bedarf einer deutlich engeren Zusammenarbeit mit Twitter. Das mag nach einer Möglichkeit klingen, sich ungeliebte Mitbewerber auf diesem Segment vom Hals zu schaffen. Doch ob das zu einem massenhaften Nutzerschwund führt, darf bezweifelt werden.Für uns Entwickler auf der anderen Seite besteht noch kein Grund, in hektische Panik zu verfallen. Vom Blog-Post an hatten alle sechs Monate Zeit, ihre Applikationen umzustellen. Dabei sollte man jedoch auch nicht vergessen, dass das Einbinden des API, um beispielsweise automatisierte Tweets bei neuen Posts zu versenden, im Moment noch nicht „in Gefahr“ ist. Natürlich besteht die Möglichkeit, dass Twitter auch hier irgendwann regulierend einreifen wird – Anzeichen dafür existieren jedoch noch nicht. Und wer Twitter-Daten für Statistiken oder Auswertungen nutzt, wird auch in Zukunft ein gern gesehener Gast des API sein.Persönlich mag man nun zu den Restriktionen stehen wie man möchte; geschätzte 95 Prozent der Twitter-Nutzer dürften von den Änderungen der Version 1.1 unberührt bleiben. Der eine oder andere wird sich wohl vom Client seiner Wahl verabschieden müssen, größere Schäden wird aber niemand zu befürchten haben...

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