© saicle/Shutterstock.com
Teil 2: So lassen sich Business-Intelligence-Vorhaben fokussieren

Das Ziel bestimmt den Weg


Der erste Teil dieser zweiteiligen Serie rund um Business Intelligence verdeutlichte, dass häufig einzelne BI-Übergangslösungen viele Jahre lang unkoordiniert angewendet werden. Solche Insellösungen führen zu redundanten Analysen, Wartungsproblemen, Herrschaftswissen und technischen Abhängigkeiten, die das weitere Vorgehen erschweren. Der zweite Teil zeigt, wie sich unkoordinierte BI-Landschaften fokussieren lassen, sodass Unternehmen letztendlich von der effizienten und effektiven Informationsversorgung profitieren.

Business Intelligence (BI) bietet zahlreiche Analyse- und Reporting-Möglichkeiten, durch die Entscheidungsträger verlässliche Daten erhalten, um das Unternehmen erfolgreicher zu steuern. Das ist die Theorie. In der Praxis stehen diesem Ziel jedoch mehrere Hindernisse im Weg.

BI ist kein Produkt, sondern ein ganzheitlicher Ansatz im Unternehmen, der Services bietet und über mehrere BI-Werkzeuge Anwendung findet. Vieles ist dabei denkbar. Immer wieder zeigt sich allerdings, dass die Erschwernisse nicht durch die eingesetzte Technik entstehen, sondern durch fachliche, organisatorische, zwischenmenschliche, politische oder unternehmenskulturelle Befindlichkeiten.

Artikelserie

Teil 1: Warum Business Intelligence häufig unkoordiniert ist

Teil 2: Fokussierte BI-Strategien

Wie im ersten Teil dieser zweiteiligen Serie dargestellt, haben sich beispielsweise im Laufe der Jahre viele unkoordinierte BI-Übergangslösungen innerhalb eines Unternehmens etabliert. Einzelne Abteilungen haben ihre eigene Insellösung zusammengebastelt, um schnell einen Report präsentieren zu können. Oder Tüftler wollten eine Anwendung wie in einem Sandkasten zunächst nur übergangsweise ausprobieren. Fatalerweise halten sich solche „Quick and Dirty“-Konzepte jedoch häufig über viele Jahre. Und ihre Zielführung wird selten hinterfragt. Zudem bauen sich einzelne Mitarbeiter mit solchen Übergangslösungen Herrschaftswissen auf. Durch diese Kopfmonopole werden die Weiterentwicklung und der fortlaufende Betrieb vor allem in Krankheits- und Urlaubszeiten unnötig erschwert. So kam es durchaus schon vor, dass Vertriebsmitarbeiter wegen der längeren Abwesenheit eines Experten mehrere Monate auf ihre Provisionszahlungen warten mussten.

Innerhalb einer Abteilung bereiten solche Insellösungen zwar nicht immer zwingend Schwierigkeiten. Doch sobald Entscheidungsträger beginnen, die Ergebnisse verschiedener Abteilungen miteinander zu vergleichen, machen sich die Folgen einer solch unkoordinierten Vorgehensweise in den Kennzahlen bemerkbar. Das kann sogar so weit gehen, dass die eine Abteilung von 100 000 Kunden ausgeht, die andere Abteilung ihre Entscheidungen hingegen auf einen wesentlich größeren Kundenstamm ausrichtet.

Informationen zusammenführen und nutzen

Sinn und Zweck von BI-Anwendungen sollte es sein, analytische Informationen systematisch und bereichsübergreifend zusammenzuführen und zu nutzen. Insofern sollte die Basis der Informationsbeschaffung und -auswertung einheitlich sein. Das erfordert, mehr als in anderen Gestaltungsbereichen der IT, die Koordination und Zusammenführung divergierender Zielsetzungen und unterschiedlicher Interessengruppen im Unternehmen. Da BI-Managementtätigkeiten derzeit in der Praxis oft noch wenig strukturiert und standardisiert sind, ist diese Aufgabe wesentlich schwieriger zu erfüllen als im Bereich klassischer Transaktionssysteme. Das liegt auch daran, dass sich die Zielsetzungen der Anspruchsgruppen im BI-Kontext stark voneinander unterscheiden.

Hinzu kommt, dass BI-Projekte überproportional zum Infrastrukturaufbau beitragen müssen. Nur gibt es bei BI zunächst wesentlich weniger Strukturierungen und Standardisierungen als etwa in Administrations- und Dispositionssystemen. Genau diese Herausforderung gilt es zu überwinden und zu lösen, wenn ein Unternehmen BI fokussiert und erfolgreich betreiben will.

BI ist anders

Dass der Nutzen von BI erst durch die Nutzung entsteht, unterscheidet BI grundlegend von den meisten klassischen Transaktionssystemen. Die Nutzung eines BI-Systems ist für den Anwender ein optionales Angebot, im Gegensatz etwa zur obligatorischen Anlage eines Neukunden im Partnerverwaltungssystem. Wenn Mitarbeiter das BI-Angebot ignorieren, entsteht dadurch keine Gefahr für andere Prozesse oder das Unternehmen insgesamt. Der Nutzen einer BI-Anwendung liegt meist allein in der Qualitätssteigerung, um schneller bessere Entscheidungen treffen zu können. Und dieser Nutzen entsteht nur durch die konsequente und zielgerichtete Anwendung von BI.

Es fällt auch schwer, daraus direkt herleitende Erfolge festzumachen. Denn oft erscheint der Informationsnutzen nicht an dem gleichen Ort, an dem die Daten und damit auch der Aufwand entstehen. Er wirkt sich eher in der Strategieanalyse und Entscheidungsfindung des Topmanagements aus.

Die Kostenzurechnung ist ebenfalls problematisch, da eine BI-Infrastruktur im Wesentlichen als fixe Gemeinkosten zu Buche schlägt und nicht einem konkreten Projekt zugeordnet werden kann.

BI als strategischen Vermögenswert betrachten

Damit BI seine Aufgaben erfolgreich erfüllen kann, sollte die effiziente und effektive Informationsversorgung a...

Neugierig geworden? Wir haben diese Angebote für dich:

Angebote für Teams

Für Firmen haben wir individuelle Teamlizenzen. Wir erstellen Ihnen gerne ein passendes Angebot.

Das Library-Modell:
IP-Zugang

Das Company-Modell:
Domain-Zugang