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Das B2B-Umfeld: viele Chancen, diverse Risiken

Von Kaufmann zu Kaufmann


Wann haben Sie zuletzt in einem Webshop eingekauft? Und wann ist Ihnen ein speziell nur für Verbraucher bzw. nur für Gewerbetreibende konzipierter Shop bzw. Shopeingang aufgefallen? Bei vielen Onlineshops wird gar keine Differenzierung zwischen diesen beiden höchst unterschiedlichen Zielgruppen vorgenommen – oder jedenfalls nicht in einem solchen Maße, wie es Gesetzgeber und Rechtsprechung fordern. Schon aus eigenem Interesse sollte jeder zukünftige oder aktuelle Betreiber eines Webshops penibel darauf achten, dass er die Bereiche für Verbraucher und für Gewerbetreibende sauber voneinander trennt.

Die Frage, ob man die eigenen Waren und/oder Dienstleistungen nur an Verbraucher (B2C), nur an Gewerbetreibende (B2B) oder an beide gleichermaßen veräußern will, ist eine nicht zu unterschätzende Weichenstellung. Denn als Betreiber eines Webshops obliegen einem gegenüber privaten Endkunden viel mehr Informations- und Handlungspflichten als im Verhältnis zu anderen Gewerbetreibenden. Dabei handelt es sich insbesondere um

  • die zweijährige Gewährleistungszeit,

  • das Widerrufsrecht,

  • die Angabe von Endpreisen,

  • eine Rücknahmepflicht von alten Elektrogeräten,

  • eine Rücknahme- und Informationspflicht bezüglich alter Akkus bzw. Batterien.

Letztendlich muss also zwingendes Verbraucherrecht auf dem B2B-Sektor gerade nicht beachtet werden, was die Gestaltung eines solchen Onlineshops deutlich vereinfacht. Außerdem kann man in Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), die ausschließlich für den B2B-Bereich gelten sollen, verschiedene Aspekte zu den eigenen Gunsten regeln. Im Unterschied dazu müssen in B2C-AGB auf der einen Seite verschiedene Informationspflichten erfüllt und auf der anderen Seite unterschiedliche Regelungsschranken aufgrund des Verbraucherrechts befolgt werden.

In reinen B2B-AGB, die auch als solche betitelt werden sollten, können u. a. die Gewährleistung reduziert, die eigene Haftung eingeschränkt sowie höhere Zinsen als Verzugsschaden festgelegt werden. Unter dem Strich lässt sich in B2B-AGB u. a. Folgendes regeln:

  • Reduzierung der Gewährleistung auf ein Jahr für Neuwaren

  • Ausschluss der Gewährleistung für gebrauchte Ware

  • Unbeschränkte Rechtswahlmöglichkeit

  • Gerichtsstandvereinbarung

  • Beschränkung der persönlichen Haftung auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit

  • Sofortige Rügepflicht für Kunden

  • Verlagerung des Gefahrübergangs beim Warenversand

In B2C-AGB sind derartige Klauseln tabu. Es lassen sich natürlich auch gemischte B2B-B2C-AGB erstellen, was jedoch schnell ...

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