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PHP Magazin
Kolumne: Zeit für PHP

Wir haben leider gar kein Framework im Einsatz

Die Geschichte der PHP Frameworks beginnt in der Mitte der Nullerjahre, genau genommen 2005. Denn obwohl PHP eigentlich bereits seit 1995 existiert, war erst mit Version 4 eine rudimentäre Unterstützung von etwas verfügbar, das man aus heutiger Sicht mit viel gutem Willen als Objektorientierung bezeichnen mag. Das hinderte freilich einige Wagemutige nicht daran, erste objektorientierte Gehversuche zu unternehmen und Bibliotheken und Klassen zu veröffentlichen, die zumeist einfach nur bestimmte Funktionalitäten bündelten: PEAR, das PHP Extension and Application Repository, war geboren. Und wenn gleich diese Lösungen wenig mit dem zu tun haben, was man heute unter einem Framework verstehen mag, findet sich das modulare Konzept von PEAR auch in modernen Frameworks wieder.

Arne Blankerts, Stefan Priebsch


Bis zur nächsten Generation von Frameworks in PHP brauchte es die Version 5 der Sprache in 2004 – jetzt mit ernstzunehmender Unterstützung für objektorientierte Entwicklung –, den Dotcom-Boom und nicht zuletzt den Dänen David Heinemeier Hansson. Ob man aus Sicht von PHP heute stolz darauf sein sollte, den Dotcom-Boom begünstigt zu haben, ist vermutlich eine Frage, über die man hervorragend diskutieren oder gar streiten kann. Unstrittig hingegen ist, dass David Heinemeier Hansson mit seinem Framework Ruby on Rails auch und gerade auf die PHP-Welt einen großen Einfluss hatte und vermutlich bis heute hat.Wie die Frameworks groß wurdenBis zu dessen erstem Release am 30. Juni 2007 sollten allerdings rund zwei Jahre vergehen. Zeit, in der auch andere Entwicklerteams an ihren Frameworks für PHP arbeiteten und von denen einige eine durchaus beachtliche Verbreitung erreichten. Den Anfang unter den bekanntesten Frameworks dürften 2005 die Frameworks CakePHP, Agavi und Symfony 1 gemacht haben, gefolgt von CodeIgniter in 2006 und dessen Fork Kohana in 2007. Selbstverständlich entstanden nicht nur allgemein verwendbare Frameworks, sondern auch mehr oder weniger schlüsselfertige Lösungen für Content-Management-Systeme, interaktive Portale oder das Erstellen von Onlineshops. Neben Typo 3 und Drupal stieg vor allem Magento zu einer der beliebtesten (und häufig gehassten) Plattformen für E-Commerce auf. Fun Fact: Ursprünglich von Zend als Showcase für die Leistungsfähigkeit des eigenen Frameworks angepriesen, verwendete Magento 1 nur sehr wenige Teile einer frühen Vorversion des Frameworks, und selbst dabei wurden die zugrunde liegenden Konzepte fast bis zur Unkenntlichkeit verbogen.Wer hat das beste Framework im ganzen Land?Was dann geschah, muss eine bittere Enttäuschung für die Veranstalter gewesen sein: Die Vertreter der verschiedenen Frameworks, die sich ohnehin untereinander kannten, sprachen sich gegenseitig großen Respekt aus, lobten hier und da den technischen Vorsprung der „Konkurrenz“ und erzählten, an welchen Stellen man sich vom jeweils anderen hatte inspirieren lassen. Den im Titel der Veranstaltung beschworenen „War of the Frameworks“ hatte es so nie gegeben. Die PHP-Community, auch wenn es nach außen nicht immer den Anschein hat, war immer schon stark miteinander verwoben. Wer nicht nach Marktanteilen streben muss, um den eigenen Umsatz weiter zu erhöhen und immer wieder neue geschäftliche Erfolgsmeldungen zu veröffentlichen, der kann sich, ähnlich wie P...

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Kolumne: Zeit für PHP

Wir haben leider gar kein Framework im Einsatz

Die Geschichte der PHP Frameworks beginnt in der Mitte der Nullerjahre, genau genommen 2005. Denn obwohl PHP eigentlich bereits seit 1995 existiert, war erst mit Version 4 eine rudimentäre Unterstützung von etwas verfügbar, das man aus heutiger Sicht mit viel gutem Willen als Objektorientierung bezeichnen mag. Das hinderte freilich einige Wagemutige nicht daran, erste objektorientierte Gehversuche zu unternehmen und Bibliotheken und Klassen zu veröffentlichen, die zumeist einfach nur bestimmte Funktionalitäten bündelten: PEAR, das PHP Extension and Application Repository, war geboren. Und wenn gleich diese Lösungen wenig mit dem zu tun haben, was man heute unter einem Framework verstehen mag, findet sich das modulare Konzept von PEAR auch in modernen Frameworks wieder.

Arne Blankerts, Stefan Priebsch


Bis zur nächsten Generation von Frameworks in PHP brauchte es die Version 5 der Sprache in 2004 – jetzt mit ernstzunehmender Unterstützung für objektorientierte Entwicklung –, den Dotcom-Boom und nicht zuletzt den Dänen David Heinemeier Hansson. Ob man aus Sicht von PHP heute stolz darauf sein sollte, den Dotcom-Boom begünstigt zu haben, ist vermutlich eine Frage, über die man hervorragend diskutieren oder gar streiten kann. Unstrittig hingegen ist, dass David Heinemeier Hansson mit seinem Framework Ruby on Rails auch und gerade auf die PHP-Welt einen großen Einfluss hatte und vermutlich bis heute hat.Wie die Frameworks groß wurdenBis zu dessen erstem Release am 30. Juni 2007 sollten allerdings rund zwei Jahre vergehen. Zeit, in der auch andere Entwicklerteams an ihren Frameworks für PHP arbeiteten und von denen einige eine durchaus beachtliche Verbreitung erreichten. Den Anfang unter den bekanntesten Frameworks dürften 2005 die Frameworks CakePHP, Agavi und Symfony 1 gemacht haben, gefolgt von CodeIgniter in 2006 und dessen Fork Kohana in 2007. Selbstverständlich entstanden nicht nur allgemein verwendbare Frameworks, sondern auch mehr oder weniger schlüsselfertige Lösungen für Content-Management-Systeme, interaktive Portale oder das Erstellen von Onlineshops. Neben Typo 3 und Drupal stieg vor allem Magento zu einer der beliebtesten (und häufig gehassten) Plattformen für E-Commerce auf. Fun Fact: Ursprünglich von Zend als Showcase für die Leistungsfähigkeit des eigenen Frameworks angepriesen, verwendete Magento 1 nur sehr wenige Teile einer frühen Vorversion des Frameworks, und selbst dabei wurden die zugrunde liegenden Konzepte fast bis zur Unkenntlichkeit verbogen.Wer hat das beste Framework im ganzen Land?Was dann geschah, muss eine bittere Enttäuschung für die Veranstalter gewesen sein: Die Vertreter der verschiedenen Frameworks, die sich ohnehin untereinander kannten, sprachen sich gegenseitig großen Respekt aus, lobten hier und da den technischen Vorsprung der „Konkurrenz“ und erzählten, an welchen Stellen man sich vom jeweils anderen hatte inspirieren lassen. Den im Titel der Veranstaltung beschworenen „War of the Frameworks“ hatte es so nie gegeben. Die PHP-Community, auch wenn es nach außen nicht immer den Anschein hat, war immer schon stark miteinander verwoben. Wer nicht nach Marktanteilen streben muss, um den eigenen Umsatz weiter zu erhöhen und immer wieder neue geschäftliche Erfolgsmeldungen zu veröffentlichen, der kann sich, ähnlich wie P...

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