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WS Designer für SAP-gestützte SharePoint Web Services

Web Services im Handumdrehen


Seit geraumer Zeit bietet Microsoft Entwicklern von SharePoint-Lösungen die Möglichkeit, neben den im Standard mitgelieferten Web Services auch selbst entwickelte Dienste für SharePoint bereitzustellen. Einen auf dem SOAP- oder ODATA-Protokoll basierenden Web Service zu entwickeln, setzt solide Programmierkenntnisse voraus. Dieser Artikel zeigt, wie sich Web Services mithilfe eines Workflow-Designers visuell gestalten und Geschäftsdaten aus dem SAP-System in SharePoint integrieren lassen.

Die heutzutage in vielen Unternehmen vorherrschenden heterogenen Anwendungslandschaften erfordern flexible Bereitstellungsformen von Datenbeständen. Die Zusammenfassung von Funktionalitäten und die Abbildung von Geschäftsprozessen in Web Services, auf die von unterschiedlichen Clients zugegriffen werden kann, ist ein wesentlicher Bestandteil moderner IT-Infrastrukturen.

Die für SharePoint entwickelten Web Services werden in der Regel mit der im .NET Framework enthaltenen WCF-Technologie implementiert. Mit Einführung von WCF können unterschiedlichste Dienste, basierend auf verschiedenen Übertragungsprotokollen, mit einem standardisierten Entwicklungsmodell entworfen werden. Mit WCF und der ergänzenden .NET-Komponente WCF Data Services lassen sich klassische SOAP- sowie OData-Protokoll-basierte Web Services entwickeln. Trotz der Vereinheitlichung erfordert die Entwicklung solcher WCF-Dienste sowie deren Zusammenspiel mit SharePoint ein umfangreiches technisches Entwicklerwissen. Hinzu kommt, dass sich durch den wachsenden Bedarf, Geschäftsdaten eines SAP-Systems in SharePoint integrieren zu können, der Komplexitätsgrad der Entwicklung deutlich erhöht hat. Wünschenswert wäre, wenn sich die Entwicklungsarbeit auf die ohnehin komplexen Geschäftsprozesse eines Unternehmens konzentrieren könnte, ohne sich mit den technischen Implementierungsdetails von Web Services in SharePoint abgeben zu müssen.

In diesem Artikel wird der Web Service Designer (WS Designer) der Firma Theobald Software zur visuellen Gestaltung und Verteilung von SAP-gestützten SOAP- und OData-Diensten für SharePoint vorgestellt. Der Designer ist Teil der Produkt-Suite ERPConnect Services (ECS) [1].

ERPConnect Services und Web Service Designer

Für den Einsatz des WS Designers muss zunächst das Hauptprodukt ERPConnect Services von Theobald Software auf einer bestehenden SharePoint-Farm installiert werden. Der Hersteller bietet auf seiner Homepage eine Testversion zum Download an. Die Produkt-Suite ECS besteht aus mehreren Komponenten, die sich jeweils auf unterschiedlichste Art in das SharePoint-System einbinden und SAP-Anbindungsmöglichkeiten bereitstellen. Der WS Designer ist eine dieser Produktkomponenten und steht nach der Installation von ECS als Windows-Anwendung zur Verfügung.

Die Anwendung ermöglicht das visuelle Gestalten von SharePoint Web Services mithilfe eines Workflow-Designers. Der fertige Web Service wird als SharePoint-Solution bereitgestellt und kann direkt auf einem SharePoint-System deployt werden. Der Dienst basiert intern auf der oben erwähnten WCF-Technologie. Ein optionaler Visual-Studio-Export wird ebenfalls angeboten.

Nach dem Öffnen des Designers präsentiert sich eine überschaubare Oberfläche mit einer Ribbon-Leiste als Menü (Abb. 1). Im linken oberen Bereich des Hauptfensters werden Grunddaten zum Web Service wie Namen, Beschreibung oder Versionsnummer abgefragt. Darunter werden die so genannten Custom Data Types gelistet, Strukturen mit Eigenschaften von skalaren Datentypen. Custom-Datentypen werden vom WS Designer in .NET-Klassen übersetzt und als Parameter- und Variablendatentypen für die Operationen verwendet. Die definierten Operationen listet die Anwendung im rechten Bereich. Ein Doppelklick auf einen der Einträge öffnet den Workflow-Designer. Abbildung 2 zeigt einen komplexen Beispielworkflow.

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Abb. 1: Oberfläche des WS Designers mit Ribbon

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Abb. 2: Beispiel für einen komplexen Workflow

Die Anwendung verwaltet Web Services projektbasierend. Jede Projektdatei definiert genau einen SharePoint Web Service, der aus einer unbegrenzten Anzahl von Operationen (Methoden) besteht. Für jede Operation wird ein beliebig komplexer Workflow definiert, der sich aus Workflowaktivitäten zusammensetzt. Die Aktivitäten unterteilen sich in basis- und SAP-relevante Ablaufelemente. Die basisrelevanten Aktivitäten umfassen u. a. Elemente für bedingte Anweisungen (Check Condition Activity) und Verzweigungen (Switch Cases Activity), aber auch Elemente zur Schleifenverarbeitung (For Each oder Do While Activity) werden angeboten. Die SAP-relevanten Aktivitäten bestehen im Wesentlichen aus Elementen zum Lesen von Geschäftsdaten aus unterschiedlichen SAP-Objekten (Execute Table oder Execute Function Activity).

Neben den Aktivitäten können für Operationen Eingabe- und Ausgabeparameter sowie Variablen festgel...

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