© Kellie L. Folkerts/Shutterstock.com
SharePoint Kompendium
Digitale Transformation fordert echte Innovation

Innovieren, nicht nur elektrifizieren!

Für immer mehr Branchen reicht das bisherige Rezept „standardisieren und rationalisieren“ nicht mehr aus. Echte Innovation ist gefragt. Aber wo kommt die her? Was müssen Unternehmen leisten, damit Produkte und Services vollkommen neu gedacht werden können? Wie kann Langeweile dabei hilfreich sein?

Judith Andresen


Die Musikindustrie verdient ihr Geld nicht mehr wie vor fünfzehn Jahren. Während früher die Marge über den Vertrieb von Tonträgern erwirtschaftet wurde, stecken heute die Gewinne in der Durchführung von Livekonzerten. In der Buchbranche ist Ähnliches zu beobachten. Viele Unternehmen in der Buchbranche wandeln sich zu Eventanbietern rund um Inhalte. Die digitale Transformation fordert ihren Tribut: Neue Sharing-Modelle werden möglich. Für die Autohersteller ist klar: Individuelle Fortbewegung verändert sich radikal. Und Autohersteller reagieren; so investiert Daimler in mytaxi und car2go. Währenddessen sagt McKinsey an, dass in absehbarer Zeit 25 Prozent aller Personalstellen in der Versicherungsbranche wegfallen werden [1].Alle diese Ereignisse gründen in der digitalen Transformation. Die digitale Transformation steht für vollständig neue Produkte und Services (d. h. für revolutionäre Innovation), aber auch für optimierte digitale Abläufe (d. h. für evolutionäre Innovation). Aber schon die evolutionäre Innovation stellt für viele Unternehmen eine echte Herausforderung dar.Elektrifizieren reicht nichtDas Übersetzen von bisher analogen, also mehr oder minder manuell betriebenen Vorgängen, in digitale Prozesse nennt Matthias Schrader (SinnerSchrader AG) „Elektrifizieren“ [2]. Elektrifizieren zeichnet sich dadurch aus, dass die Prozesse und Ideen meist nicht überdacht werden. Umständlichkeiten, überzogenes oder altes hierarchisches Verständnis, Prozessfixiertheit (die gerne die Anwender und Anwenderinnen der Software übersieht) werden dann auf ein neues Level gehoben. Thorsten Dirks, CEO Telefónica, fasste dies sehr brachial auf dem SZ-Gipfel [3] zusammen:Diese Erwartungshaltung haben Nutzer und Nutzerinnen auch an alle Bedienoberflächen und Programme, die sie täglich nutzen. Wenn meine Pizzabestellung mobil super einfach geht, warum sollte ich mich durch einen umständlichen Prozess klicken, um eine Bestellung über Druckerpapier für das Büro aufzugeben? Bei der Digitalisierung von Prozessen ist daher konsequent die Nutzerbrille aufzusetzen: Was brauchen die Nutzer? Um was geht es im Kern bei diesem Vorgang? Wie kommen die Nutzer einfach zum Ziel? Die digitale Transformation wird nicht Halt machen. Keine Branche ist sicher. Irgendwann kommt das Start-up, das simplifiziert und vollkommen neu an das Problem herangeht. Genau dann stehen die alte Oberfläche und der umständliche Prozess des alteingesessenen Unternehmens gegen ein junges, einfaches ...

SharePoint Kompendium
Digitale Transformation fordert echte Innovation

Innovieren, nicht nur elektrifizieren!

Für immer mehr Branchen reicht das bisherige Rezept „standardisieren und rationalisieren“ nicht mehr aus. Echte Innovation ist gefragt. Aber wo kommt die her? Was müssen Unternehmen leisten, damit Produkte und Services vollkommen neu gedacht werden können? Wie kann Langeweile dabei hilfreich sein?

Judith Andresen


Die Musikindustrie verdient ihr Geld nicht mehr wie vor fünfzehn Jahren. Während früher die Marge über den Vertrieb von Tonträgern erwirtschaftet wurde, stecken heute die Gewinne in der Durchführung von Livekonzerten. In der Buchbranche ist Ähnliches zu beobachten. Viele Unternehmen in der Buchbranche wandeln sich zu Eventanbietern rund um Inhalte. Die digitale Transformation fordert ihren Tribut: Neue Sharing-Modelle werden möglich. Für die Autohersteller ist klar: Individuelle Fortbewegung verändert sich radikal. Und Autohersteller reagieren; so investiert Daimler in mytaxi und car2go. Währenddessen sagt McKinsey an, dass in absehbarer Zeit 25 Prozent aller Personalstellen in der Versicherungsbranche wegfallen werden [1].Alle diese Ereignisse gründen in der digitalen Transformation. Die digitale Transformation steht für vollständig neue Produkte und Services (d. h. für revolutionäre Innovation), aber auch für optimierte digitale Abläufe (d. h. für evolutionäre Innovation). Aber schon die evolutionäre Innovation stellt für viele Unternehmen eine echte Herausforderung dar.Elektrifizieren reicht nichtDas Übersetzen von bisher analogen, also mehr oder minder manuell betriebenen Vorgängen, in digitale Prozesse nennt Matthias Schrader (SinnerSchrader AG) „Elektrifizieren“ [2]. Elektrifizieren zeichnet sich dadurch aus, dass die Prozesse und Ideen meist nicht überdacht werden. Umständlichkeiten, überzogenes oder altes hierarchisches Verständnis, Prozessfixiertheit (die gerne die Anwender und Anwenderinnen der Software übersieht) werden dann auf ein neues Level gehoben. Thorsten Dirks, CEO Telefónica, fasste dies sehr brachial auf dem SZ-Gipfel [3] zusammen:Diese Erwartungshaltung haben Nutzer und Nutzerinnen auch an alle Bedienoberflächen und Programme, die sie täglich nutzen. Wenn meine Pizzabestellung mobil super einfach geht, warum sollte ich mich durch einen umständlichen Prozess klicken, um eine Bestellung über Druckerpapier für das Büro aufzugeben? Bei der Digitalisierung von Prozessen ist daher konsequent die Nutzerbrille aufzusetzen: Was brauchen die Nutzer? Um was geht es im Kern bei diesem Vorgang? Wie kommen die Nutzer einfach zum Ziel? Die digitale Transformation wird nicht Halt machen. Keine Branche ist sicher. Irgendwann kommt das Start-up, das simplifiziert und vollkommen neu an das Problem herangeht. Genau dann stehen die alte Oberfläche und der umständliche Prozess des alteingesessenen Unternehmens gegen ein junges, einfaches ...

Neugierig geworden?


   
Loading...

Angebote für Teams

Für Firmen haben wir individuelle Teamlizenzen. Wir erstellen Ihnen gerne ein passendes Angebot.

Das Library-Modell:
IP-Zugang

Das Company-Modell:
Domain-Zugang