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Die aktuelle Arbeitsmarktsituation für Entwickler und Unternehmer wird vom Mangel bestimmt

Wer profitiert vom Mangel?


Wo die Nachfrage höher ist als das verfügbare Angebot, steigt der Preis. Die alte Regel der Marktwirtschaft betrifft auch qualifiziertes Personal: Die Nachfrage nach Softwareentwicklern ist derzeit hoch, und es zeichnet sich nicht ab, dass sich das mittelfristig ändern könnte. Die Frage ist nur: Was ist der Preis – der Preis für den Bietenden und der Preis für den Nachgefragten? Reden wir hier nur über Geld? Ganz sicher nicht.

Der Fachkräftemangel belastet die deutsche Wirtschaft bereits seit mehreren Jahren. Nach aktuellen Studien beläuft sich der hierdurch entstehende Schaden mittlerweile auf bis zu 46 Milliarden Euro pro Jahr [1] – vor allem durch nicht ausgeschöpfte Wachstumspotenziale. Der demografische Wandel spielt dabei als Ursache noch eine untergeordnete Rolle [2]. Vielmehr erleben wir Konjunkturzyklen, durch die immer wieder kurz- bis mittelfristig massiver Bedarf an speziell qualifiziertem Personal entsteht – und das betrifft die IT-Branche in erheblicher Weise.

Die Nachfrage bestimmt den Preis: die Situation für den Arbeitgeber

Der derzeitige Druck auf den IT-Arbeitsmarkt spiegelt sich auch in der Presse wider. Das Ausmaß der Diskussion um das Stichwort „Digitalisierung“ lässt erahnen, welchen Handlungsdruck Politik und Wirtschaft empfinden. Mit den Jahren hat sich auch dort die Erkenntnis durchgesetzt, dass die IT nicht nur Mittel und Werkzeuge zur Prozessoptimierung und Kosteneinsparung liefert. Sie hat auch das Potenzial, Geschäftsmodelle gänzlich neu zu prägen und radikal zu verändern. Um dem zu begegnen, sehen sich zahlreiche Unternehmen gezwungen – obwohl im Kern IT-fremd – im Interesse der eigenen Zukunftsfähigkeit IT-Organisationen aus dem Boden zu stampfen. Beispielhaft für Unternehmen dieser Ausprägung sind REWE Digital (REWE), E-Post Development (Deutsche Post) oder Axel Springer ideas engineering (Axel Springer).

Eigenentwicklungen sind gefragt, da der Einsatz von existierenden Softwareprodukten lediglich Teilbedarfe abdeckt und die Integration dieser Produkte in bestehende Systemlandschaften wiederum Handarbeit erfordert. Die erfolgreiche Digitalisierung eines Unternehmens soll daher durch erfolgreiche Softwaremanufaktur erreicht werden – und wenn viele Unternehmen diesem Ansatz gleichzeitig folgen, wird der Arbeitsmarkt entsprechend leergefegt.

Softwareentwicklungsdienstleister profitieren auch von dieser Entwicklung, stehen aber gleichzeitig vor großen Herausforderungen: Die Auftragsbücher sind voll, aber Abarbeitung wird zum ...

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