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Die neue Welt von Blazor – oder: Altlasten nicht überbewerten

Olis bunte Welt der IT


Heute schreiben wir tollen Code. Tatsächlich schreiben wir heute den besten Code, den wir je geschrieben haben! Wenn ich „wir“ sage, meine ich nicht die Menschheit im Allgemeinen, sondern jeden einzelnen Programmierer. Ich hoffe, Sie stimmen mir zu: Der Code, den ich heute schreibe, ist wesentlich besser als der von gestern. Klar, manchmal schreibe ich auch Code, der stark von Kaffeemangel oder dergleichen beeinträchtigt ist – der wird dann morgen korrigiert.

Wir lernen ständig dazu

Prinzipiell ist der Job des Programmierers einer, der dauerndes Lernen erfordert. Wir lernen, mit der Programmiersprache der Wahl schöneren Code zu schreiben, also besser wartbaren, performanteren oder auch kompakteren Code. Wir lernen neue Programmiersprachen – aus Neugierde oder Notwendigkeit. Die Zielplattformen ändern sich im Laufe der Zeit, ebenso die bevorzugten Patterns oder gar Entwicklungsmethoden. So schreiben wir nach und nach nicht nur gefühlt besseren Code, wir schreiben ihn auch auf eine bessere Weise. Das ist natürlich lobenswert, und ich selbst mag diesen Aspekt der Softwareindustrie. Ich fühle mich wohl mit der Idee, dass morgen alles anders und hoffentlich noch besser sein wird.

Altlasten bleiben Lasten

Ein Problem des ständigen Lernens ist aber, dass die Zufriedenheit mit dem bereits geleisteten, also mit dem Code von gestern, nicht groß ist (oder bleibt). Wenn ich gestern etwas besonders Gruseliges geschrieben habe, ändere ich das heute eventuell wieder – aber langfristig bleibt der Code der Vergangenheit doch ärgerlich lange bei mir, auch wenn ich schon längst den geistigen Meilenstein „Das macht man doch gar nicht mehr so“ passiert habe. So sammeln sich Altlasten an. Wir erinnern uns, ein Problem schon einmal gelöst zu haben, wollen aber gar nicht auf diese alte Lösung zurückgreifen, wenn es drauf ankommt, da eine aktuelle Lösung eigentlich ganz anders aussehen sollte. Natürlich ist dieses Problem in Programmiererteams noch viel größer, da hier zu jedem Zeitpunkt unterschiedliche Wissensstände, Präferenzen sowie Zufriedenheitsgrade mit der momentan aktuellen Technologie aufeinandertreffen.

Die Konsequenzen dieser Sachverhalte habe ich im Gespräch schon oft beobachtet. Immer wenn ich einen Programmierer frage, was seine Firma oder sein Team so macht, besteht ein Teil der Antwort in der Beschreibung einer alten Software, die gepflegt werden muss. Manchmal ist diese Software nur ein paar Jahre alt, manchmal geht es um Jahrzehnte, aber es gibt immer dieselben...

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