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Agile Produktentwicklung von Theorie bis Praxis – Teil 1

Scrum: Eine Einführung für Entwickler


Im ersten Teil dieser Artikelserie soll die Theorie, die sich hinter dem Scrum Framework verbirgt, beleuchtet werden. Dabei wird auf die Rollen der agierenden Personen eingegangen. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Rolle des Entwicklungsteams.

Der Begriff „agile Produktentwicklung“ ist auf dem Weg zur Marktreife von Produkten und Dienstleistungen kaum noch wegzudenken. In Soft- und Hardwareentwicklung ist Agilität mit den Schlagwörtern Geschwindigkeit, Anpassungsfähigkeit, Kundenzentrierung und Mindset vom Start-up bis zum Konzern populär geworden. In der schnelllebigen Businesslandschaft streben Unternehmen permanent danach, sich zeitnah und flexibel mit ihren Produkten und Dienstleistungen an die sich ändernden Märkte und Kundenbedürfnisse anzupassen. Um die Reise von klassischen Vorgehensmodellen hin zu agiler Entwicklung zu starten, kommt in den meisten Fällen Scrum als Framework für die Entwicklung von Produkten mit höchstmöglichem Wert zum Einsatz.

Diesen ersten theoretischen Einstieg in Scrum betrachten wir aus Sicht eines Entwicklers, der gerade neu in Scrum seine ersten Erfahrungen mit agilen Entwicklungsmethoden macht. Dazu werden wir die Unterschiede zu klassischen Entwicklungsvorgehen (hier vor allem dem Wasserfallmodell) herausarbeiten. So soll ein Verständnis geschaffen werden, was sich für den Entwickler im Scrum-Team ändert, welche Chancen entstehen, aber auch, welche Herausforderungen zu meistern sind.

Scrum kurz erklärt

Auch wenn später die Auswirkungen der Umstellung auf Scrum für den Entwickler im Vordergrund stehen sollen, braucht es dennoch erst einmal ein wenig Theorie. Wie schon angesprochen, handelt es sich bei Scrum um ein Framework, in dem es einige wenige Spielregeln gibt. Diese Spielregeln ermöglichen es, im zugehörigen „Spielfeld“ verschiedene Prozesse und Methoden zu etablieren, um so die Produktenwicklung sehr nahe an den Anforderungen des Markts und den Bedürfnissen des Kunden zu halten. Auf gesammelten Erfahrungen basierend schafft Scrum mit seinen Rollen, Events und Artefakten, die im Scrum Guide definiert sind, sehr schnell Transparenz in der gesamten Kette der Produktentwicklung. Dabei werden Erkenntnisse gewonnen, die zu eventuellen Anpassungen in den einzelnen Schritten der Entwicklung oder Zusammenarbeit führen.

Das Scrum-Team

Im Scrum-Team, das aus Product Owner, Entwicklungsteam und Scrum Master besteht, wird selbstorganisierend und interdisziplinär am Produkt gearbeitet. Dabei bedeutet selbstorganisierend, dass die Teams – bis auf den groben Rahmen wie z. B. technologische Infrastruktur – keinerlei Vorgaben von außerhalb unterliegen, die bestimmen würden, wie das Team seine Arbeit zu erledigen hat. Interdisziplinär legt nahe, dass die Teams so aufgestellt sein sollen, dass alle Skills und Erfahrungen zur Bearbeitung der anstehenden Aufgaben vorhanden sind.

Der Product Owner

Die Hauptaufgabe des Product Owners ist es, das Team mit Arbeit zu versorgen. Diese Arbeit spiegelt sich im sogenannten Product Backlog wider. Dabei hat der Product Owner die Maximierung des Werts des Produkts im Blick und meistert die Herausforderung, die Einträge im Product Backlog passend zu sortieren und für das gesamte Scrum-Team verständlich, transparent und mehrwertorientiert abzulegen.

Das Entwicklungsteam

Das Entwicklungsteam hat zur Aufgabe, aus den Anforderungen im Product Backlog potenziell auslieferbare Funktionalität als Teil des Produkts zu erstellen. Dass die Teams wie beschrieben selbstorganisierend und interdisziplinär aufgestellt sein sollen, bedeutet auch, dass es innerhalb des Entwicklungsteams zumindest auf dem Papier keine Titel oder Unterteams wie Datenbankteam, Frontend-Team usw. geben soll. Natürlich wird es in einem Team, das komplexe Aufgaben in der Entwicklung bewältigen soll, immer Spezialisierungen geben. Dennoch bleibt das Team als Ganzes verantwortlich für die Abarbeitung der anfallenden Arbeit – mit Blick auf die vom Product Owner anvisierte Wertmaximierung des Produkts. Die Größe des Entwicklungsteams ist dabei so zu wählen, dass der Overhead durch anfallende Scrum-Events und notwendigen Abstimmungsbedarf handhabbar bleiben und dennoch sinnvoll Mehrwert erarbeitet werden kann. Ein Entwicklungsteam sollte der Erfahrung nach und der Empfehlung des Scrum Guides folgend aus mindestens drei bis maximal 12 Mitgliedern bestehen.

Der Scrum Master

Die Aufgabe des Scrum Masters ist es, die agile Fahne sowohl im Scrum-Team als auch in der kompletten Organisation hochzuhalten. Er fördert das Verständnis und die Umsetzung der agilen Methodik beim Scrum-Team innerhalb des Scrum Frameworks. Dem Product Owner greift er in der Planung und dem Aufbau des Product Backlogs unter die Arme. Das Entwicklungsteam wird vom Scrum Master durch das Beseitigen von Stolpersteinen, die das Entwicklungsteam aufhalten könnten, unterstützt.

Scrum Events

Zu den Spielregeln gehören in erster Linie die Scrum Events, die zum Ziel haben, die zu erledigende Arbeit festzule...

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