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Kolumne: Karrieretipps

Hat der Chef bald ausgedient?


Die Arbeitswelt befindet sich in einem signifikanten Veränderungsprozess. Trends wie die Digitalisierung und virtuelle Arbeitsplätze, aber auch neue Arbeitsprozesse werden weitere Änderungen mit sich bringen. Schon lange geht man bei der Entwicklung von Software weg von klassischen Hierarchiestrukturen hin zur agilen Projektorganisation. Aber hat der klassische „Chef“, der die Arbeiten im Team verteilt und dem man regelmäßig Bericht über seine Arbeitsergebnisse erstattet, damit ausgedient?

Irgendwann einmal Führungsverantwortung für ein Team übernehmen, die Privilegien eines Abteilungsleiters, Hauptabteilungsleiters oder Mitglieds des Führungskreises zu genießen – das waren und sind immer noch gängige Ziele von ehrgeizigen, hochqualifizierten Fachkräften. In der IT-Branche dagegen gibt es mit der Rolle des Architekten bereits eine Funktion, in der ein fachlicher Experte die Verantwortung bei der Softwareentwicklung trägt, aber nicht unbedingt auch ein Team disziplinarisch führt. Vor allem in großen, internationalen Unternehmen, aber auch in mittelständischen Betrieben herrscht jedoch nach wie vor eine „Chefkultur“. Der Chef, der im Anzug im Firmenwagen vorfährt und die Arbeit zusammen mit seinem Team in verschiedenen Kleingruppen erledigt, der Ziele von oben bekommt und nach unten verteilt. Je mehr Leute man unter sich hat, umso mehr Macht empfindet man. Im Führungskreis wird dann oft Mitarbeiterpoker gespielt: Wer leitet die größte Mannschaft? Wer bekommt neue Stellen genehmigt und darf sein Team vergrößern? Je mehr Mitarbeiter ein Leiter hat, umso mehr Verantwortung, Führungskompetenz und Zielorientierung traut man ihm zu. So war und ist bisher vielerorts das Verständnis. Es versteht sich von selbst, dass solche Strukturen oft auch Ellenbogenkämpfe und politische Machtspielchen mit sich bringen.

Trendforscher sind sich daher einig, dass für Unternehmen, die Innovationen entwickeln und Trendvorreiter sein wollen, eine klassische „Chefkultur“ heute nicht mehr unbedingt zielführend ist. Vielmehr sind flexible Projektstrukturen mit Experten, Coaches, Project Owners und Entscheidern gefragt. Visionen und Ziele werden in projektspezifische Arbeitspakete gepackt. Prozessmodellierungs-Skills und Projektmanagementmethodiken werden neben der technischen Expertise immer gefragter. Ebenso die Fähigkeit, agile Teams zu führen und sich den neuen Projektanforderungen flexibel anpassen zu können.

Ist ein Projekt abgeschlossen, wird ein neues Team aufgesetzt. Derjenige,...

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