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Olis bunte Welt der IT

Wie genau kann Planung sein?


Wenn der Chef vom Programmierer mal was wissen will ... ist das oft kein einfaches Gespräch. Das liegt in erster Linie daran, dass der Chef vom Programmierer immer nur das eine will: klare Aussagen. Wird das neue Feature bis Freitag fertig? Wird es performant genug sein für die Verarbeitung von x Vorgängen pro Minute?

Gegen die Beantwortung solcher Fragen mit Versprechungen wehrt sich der Programmierer (oder die Programmiererin – ich entschuldige mich für die deutsche Sprache) gern, und zu Recht! Der Grund ist einfach, wird aber den Chefs dieser Welt anscheinend nicht oft genug – oder nicht gründlich genug – erklärt. Ich versuche es einmal, für alle Chefs unter meinen Lesern:

Programmierer arbeiten beinahe ausschließlich an Problemen, die sie selbst zuvor noch nie gelöst haben. Optimalerweise arbeiten sie sogar an Problemen, die bisher kein anderer Programmierer gelöst hat. Wenn der Code zur Lösung eines Problems bereits in direkt verwendbarer Form vorläge, würde man ihn schließlich nicht mutwillig neu schreiben! Nun ist es offensichtlich schwierig, eine Abschätzung des zeitlichen Aufwands abzugeben für ein Problem, dessen Lösung man noch gar nicht kennt. Mit wachsender Erfahrung kann ein Programmierer sicherlich solch eine Schätzung abgeben und das tun Teamleiter und einzelne Programmierer etwa bei der Verwendung agiler Entwicklungsmethoden auch regelmäßig. Jedoch ist eine solche Angabe verständlicherweise immer eine Schätzung, was mich zu obiger Aussage zurückbringt: Programmierer wehren sich gewöhnlich dagegen, Fragen nach Fertigstellungszeitpunkten mit Versprechungen zu beantworten.

Programmierer erfinden gern das Rad neu

Sicherlich sollte ich nun noch erwähnen, dass allerhand andere Umstände existieren, die das besagte Gespräch mit dem Chef erschweren. Zum Beispiel habe ich gerade behauptet, ein Programmierer würde vorhandenen Code nicht einfach aus Spaß neu entwickeln. Leider stimmt das nicht immer, wie wir alle wissen – es ist eines der liebsten Steckenpferde vieler Programmierer, immer wieder einmal das Rad (oder zumindest den Sortieralgorithmus) neu zu erfinden, wenn auch nur aus reiner Neugierde. Vielleicht gibt es den fraglichen Code auch tatsächlich schon auf einer anderen Plattform, in einer Library, von der niemand etwas weiß, oder geschrieben in einer Programmiersprache, die der Entwickler zufällig nicht beherrscht. So kann es leicht passieren, dass der Chef letztlich den Eindruck hat, es sei nicht die effizienteste Lösung herbeigeführt wor...

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