© best_vector/Shutterstock.com
Windows Developer
Rendering von Kartendaten

Karte, Marke Eigenbau

Die hinter Here, Bing und Google Maps stehenden Unternehmen könnten verschiedener nicht sein, doch wenn es um das Datenformat geht, sind sie sich am Ende einig. Alle bisher besprochenen Kartendienste versorgen ihre Nutzer „nur“ mit Kacheln, die sich in einem Steuerelement anzeigen lassen.

Tam Hanna


Für die durchschnittliche Anwendung ist dies mehr als ausreichend. Wer aber das Aussehen dieser Kacheln an seine Bedürfnisse anpassen oder gar die Art des Renderings beeinflussen möchte, stößt früher oder später an die Grenzen des Gebotenen. Wir wollen an dieser Stelle einen kleinen Ausflug in die Nutzung von im Vektorformat vorliegenden Geodaten wagen. Es gibt einige Anbieter, die ihren Kunden statt fertigen Tiles Rohdaten liefern. Neben kommerziellen Unternehmen (Stichwort ESRI) buhlt das quelloffene OpenStreetMap-Projekt mit immer größer werdendem Erfolg um Aufmerksamkeit.

Ärger führt zu Entwicklung

Steve Coast ärgerte sich darüber, dass die – unter anderem durch seine Steuergelder finanzierte – britische Kartografiebehörde die Resultate ihrer Arbeit nicht der Allgemeinheit zur Verfügung stellt. Sein Lösungsansatz lautet, dass jeder Bürger seine Umgebung selbst kartografieren sollte. Das Ergebnis dieser Bemühungen ist ein als OpenStreetMap bezeichnetes Projekt. Seit der Gründung im Jahr 2004 hat sich die Abdeckung – nicht zuletzt dank der Zurverfügungstellung von Satellitenfotos durch Microsoft – enorm verbessert. In West- und Osteuropa sind die Karten im Großen und Ganzen präzise: In den letzten Jahren musste der Autor noch keinen seiner Wohnorte von Hand einpflegen.

Mittlerweile ist der Gesamtdatenbestand des Projekts rund 40 Gigabyte groß. Planet.osm passt auf kein Smartphone und keinen Handheld, denn 64-GB-Speicherkarten sind nach wie vor teuer und nicht sonderlich weit verbreitet.

Erfreulicherweise bietet das OpenStreetMap-Projekt aber eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten, um Kartendaten habhaft zu werden. Unser Beispiel nutzt einen vorgefertigten Tile, der als Teil der Solution automatisch auf ihren Rechner wandert. Im praktischen Einsatz ist es sinnvoll, einen eigenen Server mit der Bereitstellung von selektierten Tile-Daten zu betreiben – die von OSM angebotenen Schnittstellen unterliegen engen Beschränkungen [1].

Wie sehen die Daten aus?

Geoinformationen werden normalerweise im XML-Format ausgeliefert. Wir beschäftigen uns an dieser Stelle nicht mit Möglichkeiten zur Optimierung. Neben der Kompression ist es insbesondere bei höheren Zoomstufen sinnvoll, „zu kleine“ Elemente zu entfernen und so Bandbreite und Verarbeitungszeit zu sparen.

Abb. 1: Das OpenStreetMap-Datenformat ist vergleichsweise primitiv

Abbildung 1 bietet eine grobe Übersicht des Datenformats. Nodes repräsentieren einen Punkt auf dem Erdenrund und stellen die Basis aller anderen Elem...

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Rendering von Kartendaten

Karte, Marke Eigenbau

Die hinter Here, Bing und Google Maps stehenden Unternehmen könnten verschiedener nicht sein, doch wenn es um das Datenformat geht, sind sie sich am Ende einig. Alle bisher besprochenen Kartendienste versorgen ihre Nutzer „nur“ mit Kacheln, die sich in einem Steuerelement anzeigen lassen.

Tam Hanna


Für die durchschnittliche Anwendung ist dies mehr als ausreichend. Wer aber das Aussehen dieser Kacheln an seine Bedürfnisse anpassen oder gar die Art des Renderings beeinflussen möchte, stößt früher oder später an die Grenzen des Gebotenen. Wir wollen an dieser Stelle einen kleinen Ausflug in die Nutzung von im Vektorformat vorliegenden Geodaten wagen. Es gibt einige Anbieter, die ihren Kunden statt fertigen Tiles Rohdaten liefern. Neben kommerziellen Unternehmen (Stichwort ESRI) buhlt das quelloffene OpenStreetMap-Projekt mit immer größer werdendem Erfolg um Aufmerksamkeit.

Ärger führt zu Entwicklung

Steve Coast ärgerte sich darüber, dass die – unter anderem durch seine Steuergelder finanzierte – britische Kartografiebehörde die Resultate ihrer Arbeit nicht der Allgemeinheit zur Verfügung stellt. Sein Lösungsansatz lautet, dass jeder Bürger seine Umgebung selbst kartografieren sollte. Das Ergebnis dieser Bemühungen ist ein als OpenStreetMap bezeichnetes Projekt. Seit der Gründung im Jahr 2004 hat sich die Abdeckung – nicht zuletzt dank der Zurverfügungstellung von Satellitenfotos durch Microsoft – enorm verbessert. In West- und Osteuropa sind die Karten im Großen und Ganzen präzise: In den letzten Jahren musste der Autor noch keinen seiner Wohnorte von Hand einpflegen.

Mittlerweile ist der Gesamtdatenbestand des Projekts rund 40 Gigabyte groß. Planet.osm passt auf kein Smartphone und keinen Handheld, denn 64-GB-Speicherkarten sind nach wie vor teuer und nicht sonderlich weit verbreitet.

Erfreulicherweise bietet das OpenStreetMap-Projekt aber eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten, um Kartendaten habhaft zu werden. Unser Beispiel nutzt einen vorgefertigten Tile, der als Teil der Solution automatisch auf ihren Rechner wandert. Im praktischen Einsatz ist es sinnvoll, einen eigenen Server mit der Bereitstellung von selektierten Tile-Daten zu betreiben – die von OSM angebotenen Schnittstellen unterliegen engen Beschränkungen [1].

Wie sehen die Daten aus?

Geoinformationen werden normalerweise im XML-Format ausgeliefert. Wir beschäftigen uns an dieser Stelle nicht mit Möglichkeiten zur Optimierung. Neben der Kompression ist es insbesondere bei höheren Zoomstufen sinnvoll, „zu kleine“ Elemente zu entfernen und so Bandbreite und Verarbeitungszeit zu sparen.

Abb. 1: Das OpenStreetMap-Datenformat ist vergleichsweise primitiv

Abbildung 1 bietet eine grobe Übersicht des Datenformats. Nodes repräsentieren einen Punkt auf dem Erdenrund und stellen die Basis aller anderen Elem...

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