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Kolumne: Stropek as a Service

Wer in SaaS einsteigt, wird von der Erfinderin zur Produzentin


Der weltbekannte Unternehmer Elon Musk war vor wenigen Tagen im Podcast der New York Times zu Gast. In dem Interview hat er sich etwas frustriert gezeigt angesichts der Meldungen nach dem kürzlich stattgefundenen Tesla Battery Day. Musk sagte: „Smart people on Wall Street have […] not the faintest clue about manufacturing and how difficult it is. They think that once you have come up with a prototype, well, that’s the hard part. And everything else is trivial copying after that. It is not.“ [1]

Musks Aussagen können meiner Meinung nach in vielen Punkten auch für das Software-as-a-Service-Geschäft gelten. Ich darf regelmäßig Softwarefirmen beraten, die seit Jahrzehnten am Markt und in ihren Branchen oft führend sind. Ihre Teams haben bewiesen, dass sie qualitativ hochwertige, funktionsreiche Software entwickeln und auch über lange Zeit am Leben halten können. Cloud Computing und SaaS gehen aber auch an diesen Firmen nicht spurlos vorüber. Sie spüren vermehrt den Druck, alternative Geschäftsmodelle anzubieten, bei denen den Kunden nicht „nur“ Software angeboten wird, sondern ein kompletter Dienst, der ihnen die Sorgen des Betriebs und der Wartung abnimmt.

In diesen Projekten stelle ich oft fest, dass gerade Entscheidungsträger in Firmen, die lange im Softwaregeschäft tätig sind, SaaS falsch einschätzen. Sie sind wie die von Musk zitierten „smart people on Wall Street“ und glauben, dass SaaS nur ein weiterer technologischer Schritt ist wie die Umstellung von WinForms auf Webtechnologie oder der Schwenk von Data Sets auf Entity Framework. Meiner Erfahrung nach ist ein Aufbruch in Richtung SaaS aber ein Schritt in Richtung Strukturwandel der gesamten Organisation. Das Unternehmen wird quasi vom Erfinder zum Produzenten. Software zu entwickeln und sie dann auch zu betreiben, verändert alle Ebenen einer Firma. Die Konsequenzen machen nicht bei der Softwareentwicklung halt, es zeigen sich auch deutliche Auswirkungen im Vertrieb, im Support, im rechtlichen Bereich, im Personalmanagement etc. Auf alle Aspekte einzugehen, würde den Rahmen dieser Kolumne sprengen. Ich möchte in Folge aber ein paar unbequeme Wahrheiten aussprechen, die ich Teams mit auf den Weg gebe, die sich konsequent von klassischem Lizenzgeschäft hin zu SaaS wandeln wollen, und hoffe, dass ich dadurch der einen oder anderen Leserin unangenehme Überraschungen ersparen kann.

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