© Leigh Prather/Shutterstock.com, © S&S Media
Was Facebook alles über Sie weiß, und woher es das weiß

Kein Buch mit sieben Siegeln


Sie denken, Facebook erkennt Sie an einem Cookie und verfolgt über den Like-Button, welche Webseiten Sie besuchen und welche davon Sie liken? Da haben Sie Recht, genau das macht Facebook. Aber noch viel mehr. So leicht lässt Mark Zuckerberg Sie nicht vom Haken!

Facebook ist mit Sicherheit nicht das einzige Unternehmen, das ausführliche Profile erstellt. Denn die sind z. B. für die Werbeindustrie Geld wert: Je gezielter die Werbung ausgespielt werden kann, desto teurer lässt sie sich verkaufen. Nur wissen wir bei denen nicht so genau, was sie wo und wie sammeln und analysieren. Bei Facebook sieht es damit seit Juni 2018 etwas besser aus.

Der Fall Cambridge Analytica

Im August 2016 gab es Berichte, dass das britische Unternehmen Cambridge Analytica Wahlkämpfer in den USA mit Psychogrammen aller Wähler versorgte, um die Wahlwerbung zielgerichtet anzupassen [1]. Nach der Wahl von Donald Trump brüstete Cambridge Analytica sich damit, zu dessen Sieg entscheidend beigetragen zu haben, aber im März 2017 sah es so aus, als wäre das Ganze nichts als pure Angeberei [2]. Im März 2018 platzte dann die Bombe: Der Whistleblower Christopher Wylie erklärte, dass Cambridge Analytica über eine App Zugriff auf 50 Millionen Facebook-Profile hatte und diese für die Erstellung von Psychogrammen nutzte [3], [4]. Und das ist ein Problem, egal ob damit nun Donald Trump bei der Präsidentenwahl oder der Weihnachtsmann bei der Geschenkeauswahl unterstützt wurde. Aber das soll hier nicht weiter interessieren.

Die Politiker werden aktiv, aber sowas von!

Außer Cambridge Analytica geriet auch Facebook schnell ins Visier der Datenschützer, aber auch das ist hier nicht interessant. Denn nach dem Bekanntwerden des Datenskandals fiel sogar den Politikern auf, dass da wohl irgendwas nicht so ganz richtig sein konnte. Dass Facebook so viel über die Wähler weiß und die so einfach zu manipulieren sind, gefiel ihnen bestimmt auch nicht. Also schickten sowohl der US-Kongress als auch das Europaparlament Mark Zuckerberg eine Einladung, die er nicht ablehnen konnte.

Die Politiker wollten genauer wissen, welche Daten Facebook sammelt, wie sie ausgewertet, weitergegeben und für Werbung verwendet werden, welche Art Manipulation von Wahlen und Abstimmungen es gab usw. US-Senatoren wollten sogar wissen, wie viel Prozent der Facebook-Mitarbeiter welchen Parteien angehören und welche politischen Interessen sie vertreten. Facebook hatte dazu aber keine Daten erfasst und konnte diese Fragen nicht beantworte...

Exklusives Abo-Special

Angebote für Teams

Für Firmen haben wir individuelle Teamlizenzen. Wir erstellen Ihnen gerne ein passendes Angebot.

Das Library-Modell:
IP-Zugang

Das Company-Modell:
Domain-Zugang