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Teil 3: Silver Surfers - Apps für die Generation 65+

Interessiert und zahlungskräftig


Ein Grundsatz des modernen Marketings lautet, die Produkte bestmöglich auf die relevanten Zielgruppen auszurichten. Die Wirtschaft, insbesondere die Tourismusindustrie hat das längst berücksichtigt und ihre Produkte passgenau ausgerichtet. Das gilt auch für die App-Entwicklung. In diesem Artikel geht es um die älteren Mitbürger in unserer Gesellschaft – liebevoll „Silver Surfers“ genannt.

Für die IT-Branche ergeben sich mit Blick auf die Generation 65+ neue Aufgaben und Herausforderungen. Digitale Produkte wie Webseiten, Webshops und Apps sind an die Anforderungen dieser Zielgruppe anzupassen. Neben Fragen eines angepassten Designs gehört auch das Handling der digitalen Produkte auf den Prüfstand. Der vorliegende Artikel gibt einen Einblick in die damit verbundenen Fragestellungen und beschreibt Lösungsideen. Beginnen wir zunächst mit einem Blick auf die Zielgruppe.

Wer sind die sogenannten Silver Surfers? Im Netz herrscht darüber keine einheitliche Meinung: Bezeichnet man so schon die Gruppe der Internetnutzer ab 50, oder doch eher ab 65? Fest steht, dass sich die Alterspyramide weiter verschiebt. Viele ältere Personen haben Smartphone und Netz längst für sich entdeckt. Sie sind anders als die Omas und Opas vor zwanzig Jahren. Üblicherweise standen diese Personen über die letzten Jahre intensiv im Berufsleben und befinden sich am Übergang in den Ruhestand oder sind erst seit wenigen Jahren in Rente. Sie verfügen im Durchschnitt über beachtliche finanzielle Möglichkeiten und haben i. d. R. ein großes Interesse an Reisen und Konsum von Gütern und Dienstleistungen. Hinzu kommt der Umstand, dass die Gutsituierten dieser Altersgruppe im Ruhestand auch die zeitliche Möglichkeit einer freizeitorientierten Gestaltung ihres Alltags haben. Der digitale Wandel ist an dieser Zielgruppe nicht spurlos vorbeigegangen. Auch ältere Mitbürger wollen aktiv die Möglichkeiten des Internets nutzen. Dabei ist jedoch ein Faktor nicht zu vernachlässigen. Die vorgestellte Generation ist nicht mit dem Internet aufgewachsen. Die digitale Gesellschaft mit all ihren Möglichkeiten – und Gefahren, u. a. in Form von Internet, Smartphone und E-Commerce – hat sie meist nur zögerlich in ihren Alltag integriert. Oft wurden neue Techniken eine lange Zeit ignoriert und die Beschäftigung mit den sich daraus ergebenen Anforderungen hat nur am Rande stattgefunden.

Die Zukunft ist digital

Immer mehr Senioren sind mobil im Netz unterwegs. Laut der Studie D21-Digital-Index 2018/2019 [1] gehen 84 Prozent der deutschen Bevölkerung regelmäßig online. Das sind drei Prozent Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr. Der größte Zuwachs konnte für die älteren Generationen verzeichnet werden: 55 Prozent der 60- bis 69-Jährigen und 24 Prozent der über 70-Jährigen nutzen das mobile Internet. Das ist jeweils ein Plus von acht bzw. sechs Prozentpunkten. Der D21-Digital-Index 2018/2019 ist eine große Gesellschaftsstudie, die ein jährliches Lagebild zum Digitalisierungsgrad der Gesellschaft in Deutschland liefert. Die Fragen, die diese Studie beantwortet, sind ein Gradmesser für Softwareentwickler und -designer:

  • Wie digital ist Deutschland?

  • Wie gut sind die Menschen in Deutschland auf den digitalen Wandel eingestellt?

  • Zu welchen digitalen Geräten haben die BundesbürgerInnen Zugang?

  • Wie hoch ist die digitale Kompetenz in Deutschland?

Der Digital-Index bildet den Digitalisierungsgrad der deutschen Gesellschaft auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten ab. Die Kennzahlen Zugang, Nutzungsverhalten, Kompetenz und Offenheit werden zum Digital-Index zusammengefasst. Der D21-Digital-Index bildet repräsentativ die gesamte deutsche Bevölkerung ab. Teilnehmer sind 20 500 BundesbürgerInnen ab 14 Jahren, inklusive der Menschen, die keine Internetangebote nutzen. Die Studie legt den Schwerpunkt auf die Diversität der digitalen Gesellschaft. Außerdem stehen E-Health und Smart-Home-Anwendungen im Fokus der Untersuchung.

Eine Tatsache steht fest: Die Anzahl der Internetnutzer nimmt zu. Diese Feststellung gilt für jede Altersgruppe. Eine Gegenüberstellung der Internetnutzer nach Altersgruppen in den Jahren 2001 und 2018 zeigt Abbildung 1. Interessanterweise waren 2001 lediglich 11 Prozent der Senioren über 60 Jahren und 4 Prozent der Senioren über 70 Jahren im Netz unterwegs. Im Jahr 2018 nutzten bereits 79 Prozent der über 60-jährigen und 45 Prozent der über 70-jährigen das Internet – eine beachtliche Entwicklung.

bochkor_silfersurfers_1.tif_fmt1.jpgAbb. 1: Internetnutzung nach Altersgruppen [2]

Bei der mobilen Internetnutzung sieht es gerade bei den älteren Mitbürgern etwas anders aus. Gerade einmal 55 Prozent der über 60-jährigen und 24 Proze...

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