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Langfristig erfolgreiche Firmen gehen gelassen mit Legacy um

Kolumne: Stropek as a Service


„Legacy software is software that earns money.“ In diesem Sprichwort steckt mehr als nur ein Körnchen Wahrheit. Unsere Softwarebranche feiert sich selbst wegen ihrer rasch aufeinanderfolgenden Innovationen. Wer dazugehören will, nutzt immer die aktuellsten Sprachen, die neuesten Frameworks und heißesten Tools. Es kann nicht Beta und Preview genug sein. Wir vergessen dabei, dass fast jede Software, die heute mit (B)Leading-Edge-Technologie gebaut ist, im Laufe der Zeit viele Legacy-Komponenten enthalten wird. Ich kenne kein einziges Softwareunternehmen, das in der Lage wäre, genügend finanzielle und personelle Ressourcen auf die Beine zu stellen, um dieser Tatsache vollständig zu entkommen.

Selbsterkenntnis

Unternehmen, die langfristig mit Software Erfolg haben wollen, brauchen daher eine Strategie, um mit Legacy umzugehen. Dabei steht aus meiner Sicht wie bei so vielen Dingen die Selbsterkenntnis am Anfang. Es braucht eine ehrliche Betrachtung des Status quo und das Erkennen, Sichtbar- und Bewusstmachen von technischen Schulden.

Viele Teams schrecken vor einer solchen Bestandsaufnahme zurück, da es ihnen unangenehm ist, offen zuzugeben, dass ihre Software zum Teil auf veralteten Komponenten aufgebaut ist. Das klingt nach Versagen. Ist es aber nicht! Softwarealterung ist eine unvermeidliche Tatsache für Software, die über lange Zeit im Einsatz und am Markt erfolgreich ist. Kunden wünschen sich neue Funktionen, und die Arbeit an ihnen steht in Konkurrenz zu Modernisierungsmaßnahmen an der Basis. Hat ein Team alle Zeit der Welt, um alle Komponenten auf dem Laufenden zu halten und jedem Trend hinterherzulaufen, dann fehlen ihm wahrscheinlich die nach funktionalen Erweiterungen rufenden Kunden.

Legacy-Management

Innovative Entwicklungsteams managen ihre technischen Schulden aktiv. Diese sind Teil des Product Backlogs. Die Teams wissen, wo Legacy-Komponenten im Einsatz sind, und sind realistisch, was den Zeitplan für eine Aktualisierung oder ein Ersetzen betrifft. Das bedeutet manchmal, dass es noch keinen Zeitplan gibt. An erster Stelle steht daher das ehrliche Eingeständnis, dass man bis auf Weiteres mit Legacy in gewissen Bereichen leben muss. Meiner Erfahrung nach ist die wiederholte Ankündigung von Modernisierungsprojekten, die dann doch nicht stattfinden, eine größere Gefahr, wertvolle Teammitglieder zu verlieren, als das offene Ansprechen der Tatsache, dass gewisse alte Teile einer Software kurz- bis mittelfristig nicht überarbeitet werden können.

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