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Neues in Visual Studio 2019

2019 ad perpetuum


Die einst als reines Werkzeug für die Microsoft-Entwicklung vorgesehene IDE Visual Studio hat mittlerweile eine Unzahl zusätzlicher Einsatzbereiche erobert – man findet das Produkt inzwischen auch bei der Erzeugung von Webapplikationen und es soll sogar den einen oder anderen Linux-Entwickler geben, der die IDE beispielsweise im IoT-Bereich einsetzt.

Mit dieser immer breiter werdenden Nutzerschaft ging auch eine Verbreiterung des Funktionsumfangs einher. Visual Studio bekommt von Microsoft permanent neue Features eingeschrieben. In den folgenden Schritten möchte ich Ihnen einige aus meiner Sicht besonders interessante Aspekte der neuen Versionen 16.8 und 16.9 vorstellen. Parallel dazu sind massive Updates im Bereich der .NET-Sprachen erfolgt, allerdings können die neuen Sprachfunktionen hier aus Platzgründen nur teilweise Eingang finden. Viele der Neuerungen werden von Visual Studio mit dedizierten Refactorings oder anderen Assistenten unterstützt.

Eine Frage der Bereitstellung

Sinn und Zweck der Entwicklung von Software ist das Schaffen von Werten. Schon in der alten Handcomputerwelt galt, dass sich eine App am besten dann verkauft, wenn sie dem Benutzer Werte liefert. Microsoft lieferte sein Visual Studio bisher im Allgemeinen in einem zweijährigen Produktzyklus aus. Das sorgte zwar einerseits für Stabilität im Unterbau, hatte andererseits allerdings auch die Konsequenz, dass an sich fertig entwickelte Funktionen erst vergleichsweise spät bei der Entwicklerschaft ankamen. Mit Visual Studio 2019 entschied sich Microsoft hier für einen radikalen Neuanfang, der in Abbildung 1 schematisch dargestellt ist.

hanna_visual_studio_2019_1.tif_fmt1.jpgAbb. 1: Zu jedem Zeitpunkt finden sich mehrere Versionen von Visual Studio auf dem Markt [1]

Die als Servicing Baseline bezeichneten Versionen der IDE sind dabei stabile Meilensteine, deren Verwendung Microsoft Großunternehmen und anderen Betrieben empfiehlt, die auf besondere Applikationsstabilität aus sind. Die Version 16.9, zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels als Preview verfügbar, ist dabei die vierte derartige Baseline im Produktleben von Visual Studio 2019. Laut der bereitstehenden SLA [1] war ihre Vorgängerin die Version 16.7. Sie bekommt noch ein Jahr Updates, wird also früh im Jahr 2022 abgekündigt. Parallel zu diesen „stabilen“ Versionen gibt es auch Varianten, die „labil“ sind und unter permanenter Entwicklung stehen. Deren Lebensdauer ist, ganz analog zu Ubuntu, kürzer: Sobald die Version 16.9 final ist, wird die instabile Version 16.8 keine Updates mehr erhalten.

Interessanterweise erlaubt Microsoft heute den Parallelbetrieb von Preview- und normalen Versionen von Visual Studio 2019 auf einer Workstation. Das Herunterladen erfolgt wie gewohnt über den Visual Studio Installer, der auch Visual Studio 2017 anbietet. Als kritisch erweist sich nur das Finden der Option zum zusätzlichen Installieren einer stabilen Version von Visual Studio 2019. Haben Sie auf Ihrer Maschine eine Preview-Version, müssen Sie im Fenster wie in Abbildung 2 gezeigt ganz nach unten scrollen.

hanna_visual_studio_2019_2.tif_fmt1.jpgAbb. 2: Wer wie hier ein wenig scrollt, wird belohnt

Beachten Sie in diesem Zusammenhang bitte noch, dass Microsoft die Visual Studio 2019 Preview zum Zeitpunkt der Drucklegung nicht für den harten Produktiveinsatz vorgesehen hat. Der Autor hat die Version 16.9 Preview 1 allerdings im Allgemeinen ohne Probleme genutzt; in der Betaphase gab es jedoch einige Hakeligkeiten mit dem (nicht besonders weit verbreiteten) Azure Sphere.

Konditional aktivierte Helferlein

Die meisten Entwickler, insbesondere wenn sie dienstalt sind, haben zu statischen Analysewerkzeugen eine Hassliebe-Beziehung. Microsoft nutzte die Überarbeitung der .NET-Umgebung im Rahmen des Roslyn-Projekts, um eine Gruppe von statischen Analysewerkzeugen für die .NET-Arbeitsumgebung einzuführen. Sofern Sie mit Visual Studio 2019 ab Version 16.8 ein neues Projekt erzeugen, das auf .NET 5.0 oder einer neueren Version des Frameworks basiert, so sind diese Analysewerkzeuge standardmäßig eingeschaltet. Interessanterweise bietet Microsoft ihre Nutzung auch in älteren oder schon existierenden Projekten an. Hierzu muss in der Projektmappe einfach im Projektmappen-Explorer rechts geklickt und danach in das Eigenschaften-Fenster gewechselt werden. Es präsentiert sich in einer neuen Version, wie in Abbildung 3 gezeigt. Wird die Checkbox .NET-Analysetools aktiviert, erfolgt eine statische Analyse der Codebasis.

hanna_visual_studio_2019_3.tif_fmt1.jpgAbb. 3: Das Aktivieren dieser Checkbox verschafft Visual St...

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