© David Tadevosian/Shutterstock.com, © S&S Media
Veränderung ist Programm: Improtheater als agile Produktentwicklung

Agilität trainieren mit Improtheater


Am Abend eines turbulenten Tages im Scrum-Projekt haben wir uns eine Improvisationstheatershow angesehen. Das Publikum war begeistert, und wir haben viel gelacht über die witzigen Geschichten, die dort vor unseren Augen erfunden wurden. Allerdings hing neben der Bühne ein Plakat, das mich irritiert hat: „Impro is not about being funny but about embracing change“ (Paul Goddard). Humor war also nicht die Hauptsache. Schauen wir uns an, was agile Teams vom Improtheater lernen können.

Es war tatsächlich sehr beeindruckend, wie flexibel und schnell die Spieler des Improvisationstheaters darin waren, sich auf neue Situationen und Impulse einzustellen. Beim Improtheater ist alles überraschend, für die Zuschauer und insbesondere für die Darsteller. Diese sind deshalb darin geübt, reaktionsfreudig zu sein: Nur ein wirksamer Spieler bringt die Story weiter. Und wirksam sein kann einer nur dann, wenn sein Gegenüber ihn auf sich wirken lässt.

Fühlst du dich wirksam?

Diese beiden Prinzipien sind doch wesentlich für das Gelingen von agilen Projekten: Wirksam sein will jeder und flexibel sein muss jeder. Da gibt es noch weitere Parallelen zwischen Impro und Agilität. Zur Verdeutlichung hangele ich mich hier an den fünf Scrum-Werten entlang: Offenheit, Commitment, Respekt, Mut und Fokus.

Scrum-Wert „Offenheit“: Sage ja!

Was macht eigentlich ein Improspieler, wenn ihm auf der Bühne nichts einfällt? Er re-agiert auf jede Äußerung seiner Teamkollegen. Sie sind die Quelle seiner Inspiration. Also trainiert Improtheater das wachsame Zuhören und die Aufmerksamkeit, insbesondere für Veränderungen.

Die erste Improregel lautet: Sei offen für die Angebote deiner Spielpartner und nimm sie wohlwollend an. Sage „Ja!“ und füge dann etwas Neues hinzu. Das ist das berühmte „Yes! And …“-Protokoll, ein wunderbarer Treibstoff für fortlaufende Ideenproduktion. Ganz im Gegensatz zur oft gehörten Killerphrase: „Stopp! Das geht nicht, weil…!“. Da ist schon am Anfang Schluss, selbst wenn nach einer falschen Anfangsidee noch haufenweise richtige kommen würden.

Wenn jemand einen Tisch in eine Szene einführt, dann nörgele ich als Improspieler nicht über diese wenig originelle Idee. Ich nehme sie an und baue darauf auf. Woraus ist dieser Tisch gemacht (Holz, Beton, Knochen …)? Welche bahnbrechenden Dinge werden an diesem Tisch verhandelt? Ein Tisch. Danke für diesen ausgezeichneten Vorschlag!

Was ist Improtheater? Ein selbstorganisiertes Ensemble entwickelt aus dem Stegreif spannende Geschichten, F...

Exklusives Abo-Special

Angebote für Teams

Für Firmen haben wir individuelle Teamlizenzen. Wir erstellen Ihnen gerne ein passendes Angebot.

Das Library-Modell:
IP-Zugang

Das Company-Modell:
Domain-Zugang