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CCloud-Computing und Geopolitik - Bedenkliche Vorgänge rund um eine Gaspipeline

Kolumne: Stropek as a Service


Es war eine der Topmeldungen Ende des letzten Jahres: Die USA haben ein „Gesetz zum Schutz von Europas Energiesicherheit“ [1] erlassen, das auf Betreiberfirmen spezialisierter Schiffe zum unterseeischen Verlegen von Rohren für die Nord-Stream-2-Gaspipeline abzielt. Angedroht werden unter anderem Einreiseverbote und das Einfrieren von Vermögen von Personen, die mit solchen Betreiberfirmen in Verbindung gebracht werden. Im Visier der amerikanischen Behörden befindet sich insbesondere die Schweizer Firma Allseas [2], die federführend für das Verlegen der Rohre im Nord-Stream-2-Projekt verantwortlich ist. Nach dem Erlass des oben erwähnten Gesetzes hat Allseas die Arbeit an der Pipeline erst ausgesetzt, dann komplett eingestellt. Da die notwendigen Spezialschiffe rar sind, verzögert diese Entwicklung die Fertigstellung der Pipeline signifikant. Möglicherweise ist das Projekt als Ganzes gefährdet, da auf politischer Ebene manche Interessengruppen die Entwicklungen zum Anlass nehmen, Nord Stream 2 generell zu hinterfragen.

Was hat das mit Cloud-Computing zu tun?

Ich möchte in dieser Kolumne nicht die Sinnhaftigkeit des Projekts Nord Stream 2 kommentieren. Ich möchte diese Einmischung der USA in europäische Entscheidungen auch nicht als positiv oder negativ bewerten. Manche empfinden es als Zumutung. Es gibt aber durchaus Stimmen in Europa, die Nord Stream 2 kritisch gegenüberstehen und einige US-Politiker behaupten, dankbare Rückmeldungen aus Europa zum vorliegenden Gesetz erhalten zu haben.

Auf jeden Fall kam ich ins Grübeln, als ich die Berichterstattung über das US-Gesetz verfolgt habe. Der Grund dafür sind die vielen Gespräche, die ich in den letzten Jahren mit Kunden zum Thema Cloud-Computing geführt habe. Die großen Cloudanbieter wie Microsoft, Amazon und Google konnten zwar mittlerweile fast alle Zweifler davon überzeugen, dass ihre Rechenzentren in Sachen IT-Sicherheit ein ausgesprochen hohes Niveau bieten. Mögliche Einflussnahmen der US-Regierung sorgen aber bei vielen Kunden, mit denen ich zu tun habe, immer noch für ein gehöriges Maß an Cloudskepsis.

Es wird argumentiert, dass Microsoft und Co. als US-Unternehmen US-amerikanischen Gesetzen unterliegen. Das Bedenken ist, dass die USA Druck auf sie ausüben könnten, um an wertvolle Daten zu kommen, unliebsamen Ländern Clouddienste zu verweigern oder wirtschaftliche Interessen durchzusetzen. Die erlassenen Gesetze rund um Nord Stream 2 haben gezeigt, dass diese Möglichkeit nicht rein theoretisch ist, son...

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