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Olis bunte Welt der IT

Ob man immer tun sollte, was man tun kann


Der Großteil meiner schulischen Laufbahn fand in den 80er Jahren statt. Damals war es so, dass Kinder in Deutschland (oder vielleicht war das speziell in Nordrhein-Westfalen so?) allgemein sowohl christlich als auch religiös sein sollten. Katholisch oder evangelisch war die Standardauswahl, und jeder, der irgendwelche anderen Ansprüche hatte, musste sich per Antrag der Eltern vom Religionsunterricht befreien lassen. Irgendwann im Gymnasium konnten Schüler diesen Antrag auch selbst stellen, möglicherweise nach dem 16. Geburtstag – so genau weiß ich das nicht mehr. In jedem Fall durfte durch den Wegfall des Religionsunterrichts natürlich den Schülern keine Freizeit entstehen, besonders keine ohne ordentliche Überwachung durch verantwortungsvolle Erwachsene, und deshalb gab es Ersatzunterricht: Philosophie.

In diesem Fach wurde ich zuerst mit den Ideen der „alten Griechen“ konfrontiert, wie wir damals sagten, vermutlich politisch unkorrekt, aber nicht unbedingt verächtlich. Tatsächlich fand ich selbst die Gedanken von Sokrates, Aristoteles und anderen durchaus interessant, obwohl das Lesen der Texte, auf dem der Unterricht zum großen Teil basierte, enorm langweilig war. Ein wichtiges Thema, das viel Diskussion mit sich brachte, war die Ethik. Trotz meines Interesses hätte ich nicht gedacht, dass ich mich im weiteren Leben besonders für dieses Thema interessieren würde, zumindest nicht abseits der offensichtlichen Bedeutung des kategorischen Imperativs („Hau anderen nicht härter auf die Nase, als du selbst auf die Nase gehauen werden möchtest“, oder andere Varianten für Erwachsene).

Weisheit aus „Terminator“

Nun erschien aber im Jahr 1991 der Film „Terminator 2: Judgement Day“, und dessen Geschichte trug wesentlich dazu bei, dass mir die Bedeutung der Ethik für mein eigenes Interessensgebiet der Computerei deutlich wurde. Miles Dyson hieß der Bösewicht, der Mann, der für die Erfindung der „Terminator“-Technologie und somit den Niedergang der gesamten Menschheit verantwortlich war. Dabei wollte der das ja alles gar nicht, der Mensch war ja nur ein Programmierer mit einer guten Idee, aber er traf eben die Entscheidungen, die letztlich in der Geschichte des Films zu all dem Übel führten. Natürlich bereut er das im Film alles und tut sein Möglichstes, die Zukunft positiv zu verändern. Wenn das nur mal in Wirklichkeit immer so wäre!

Heute ist mir natürlich klar, dass der Film nicht etwa den Ursprung solcher Überlegungen darstellte. Die ethische Frage „Sollten wir tun, was wir neuerdings können?“ war unter Wissenschaftlern aller Art schon immer brandheiß. Neu war allerdings an irgendeinem Punkt, dass ein Computer potenziell die Fähigkeit hatte, wichtige Aspekte des menschlichen Daseins in solch drastischer Weise zu beeinflussen, wie das etwa in den „Terminator“-Filmen beschrieben ist. Es ist schwer zu sagen, wann dieser Zustand eintrat.

Heute ist es leider so, dass die von Computern ermöglichte Technologie oft auf sehr komplexe Weise ethische Fragen aufwirft. Leider werden falsche Entscheidungen anscheinend häufiger getroffen als richtige, oder vielleicht sind die falschen Entscheidungen einfach von größerer Bedeutung als in der Vergangenheit, da Computer heute im Zentrum beinahe jeder kulturellen Interaktion stehen. Irgendwann einmal hing der Herr Zuckerberg in seiner Lieblingshängematte und erfand Facebook (oder so ähnlich – auf die genauen Details der Erfindung von Facebook oder der Hängegewohnheiten von Herrn Zuckerberg komm...

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