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Windows Developer
Kolumne: Stropek as a Service

Die Rating- und Billing-Falle: Komplizierte Verrechnungsmodelle als Killer für SaaS-Projekte

Rating und Billing werden in SaaS-Projekten häufig unterschätzt. Diese Lektion habe auch ich in unserem ersten eigenen SaaS-Projekt schmerzhaft lernen müssen. Seit damals diskutiere ich dieses Thema regelmäßig mit Kunden im Rahmen der Geschäftsmodellentwicklung für SaaS-Lösungen.

Rainer Stropek


Was ist bei SaaS anders?Kreative Geschäftsmodelle als AufwandstreiberMengenstaffelung: Je mehr verwendet wird, desto niedriger der Preis pro Einheit.Verschiedene Preismodelle, bei denen die Kosten unterschiedlich ermittelt werden (z. B. Anzahl Benutzer, Anzahl Transaktionen, Menge der gespeicherten Daten).Rabattcodes, wie zum Beispiel ein Preisnachlass oder die kostenlose Nutzung für einen gewissen Zeitraum bzw. ein gewisses Kontingent.Gutschriften im Rahmen von Netzwerkmarketing.Preise, die von Bindungsfristen oder Mindestabnahmemengen abhängig sind.Zeitlich befristete Sonderangebote.Möglichkeit für Kunden, zu gewissen Stichtagen zwischen Preismodellen zu wechseln. „Mein Tipp: Preismodell einfach halten und dadurch Kosten reduzieren.“Um auf Fragen wie diese eine Antwort zu haben, reicht es nicht mehr, Rating im Batch am Monatsende durchzuführen. Die Nutzung muss zeitnah in Kosten umgerechnet werden, eine echte Herausforderung für das Rating-System. Nach meiner Erfahrung sollten Teams, die neu in SaaS einsteigen, die Finger von solchen Funktionen lassen und erst bei einem entsprechenden Reifegrad und einer größeren Kundenanzahl über sie nachdenken.Einflussfaktor Prepaid/PostpaidAuf Managementebene wird darauf häufig mit der Forderung nach weichen („Fair Use Policies“) oder harten Kostenlimits für Kunden reagiert. Klingt einfach, ist in der Umsetzung jedoch alles andere als simpel. Es folgen exemplarische Alternativlösungen für Teams, die in SaaS gerade erst erste Schritte wagen:Einfach zu ermittelnde Nutzungslimits (z. B. maximale Benutzeranzahl, maximale Transaktionsanzahl) gegenüber komplex zu überwachenden Kostenlimits bevorzugen.Throttling, also das Limitieren der Leistung pro Zeiteinheit auf Basis einfach zu ermittelnder Kennzahlen (z. B. Anzahl Transaktionen pro Zeiteinheit), limitieren.Verwenden fertiger Cloud-Tools für das Limitieren der Tenant-bezogenen Nutzung.Abb. 1: Definition einer Policy für ein RESTful Web-API in Azure API ManagementBerücksichtigung aller formalen Regeln für Rechnungen, die in den verschiedenen Zielländern geltenRichtiges Berechnen und Ausweisen von regionsspezifischen SteuernFalls notwendig, digitales Signieren von RechnungenBerücksichtigung von Währungen und WechselkursenPhysischer Rechnungsdruck oder digitale Archivierung der RechnungenSchnittstellen zu vor- und nachgelagerten Systemen (z. B. CRM für Kundenstammdaten, Buchhaltung, Dokumentenmanagement)Internationalisierung und Lokalisierung von Texten, Beträgen, Dat...

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Kolumne: Stropek as a Service

Die Rating- und Billing-Falle: Komplizierte Verrechnungsmodelle als Killer für SaaS-Projekte

Rating und Billing werden in SaaS-Projekten häufig unterschätzt. Diese Lektion habe auch ich in unserem ersten eigenen SaaS-Projekt schmerzhaft lernen müssen. Seit damals diskutiere ich dieses Thema regelmäßig mit Kunden im Rahmen der Geschäftsmodellentwicklung für SaaS-Lösungen.

Rainer Stropek


Was ist bei SaaS anders?Kreative Geschäftsmodelle als AufwandstreiberMengenstaffelung: Je mehr verwendet wird, desto niedriger der Preis pro Einheit.Verschiedene Preismodelle, bei denen die Kosten unterschiedlich ermittelt werden (z. B. Anzahl Benutzer, Anzahl Transaktionen, Menge der gespeicherten Daten).Rabattcodes, wie zum Beispiel ein Preisnachlass oder die kostenlose Nutzung für einen gewissen Zeitraum bzw. ein gewisses Kontingent.Gutschriften im Rahmen von Netzwerkmarketing.Preise, die von Bindungsfristen oder Mindestabnahmemengen abhängig sind.Zeitlich befristete Sonderangebote.Möglichkeit für Kunden, zu gewissen Stichtagen zwischen Preismodellen zu wechseln. „Mein Tipp: Preismodell einfach halten und dadurch Kosten reduzieren.“Um auf Fragen wie diese eine Antwort zu haben, reicht es nicht mehr, Rating im Batch am Monatsende durchzuführen. Die Nutzung muss zeitnah in Kosten umgerechnet werden, eine echte Herausforderung für das Rating-System. Nach meiner Erfahrung sollten Teams, die neu in SaaS einsteigen, die Finger von solchen Funktionen lassen und erst bei einem entsprechenden Reifegrad und einer größeren Kundenanzahl über sie nachdenken.Einflussfaktor Prepaid/PostpaidAuf Managementebene wird darauf häufig mit der Forderung nach weichen („Fair Use Policies“) oder harten Kostenlimits für Kunden reagiert. Klingt einfach, ist in der Umsetzung jedoch alles andere als simpel. Es folgen exemplarische Alternativlösungen für Teams, die in SaaS gerade erst erste Schritte wagen:Einfach zu ermittelnde Nutzungslimits (z. B. maximale Benutzeranzahl, maximale Transaktionsanzahl) gegenüber komplex zu überwachenden Kostenlimits bevorzugen.Throttling, also das Limitieren der Leistung pro Zeiteinheit auf Basis einfach zu ermittelnder Kennzahlen (z. B. Anzahl Transaktionen pro Zeiteinheit), limitieren.Verwenden fertiger Cloud-Tools für das Limitieren der Tenant-bezogenen Nutzung.Abb. 1: Definition einer Policy für ein RESTful Web-API in Azure API ManagementBerücksichtigung aller formalen Regeln für Rechnungen, die in den verschiedenen Zielländern geltenRichtiges Berechnen und Ausweisen von regionsspezifischen SteuernFalls notwendig, digitales Signieren von RechnungenBerücksichtigung von Währungen und WechselkursenPhysischer Rechnungsdruck oder digitale Archivierung der RechnungenSchnittstellen zu vor- und nachgelagerten Systemen (z. B. CRM für Kundenstammdaten, Buchhaltung, Dokumentenmanagement)Internationalisierung und Lokalisierung von Texten, Beträgen, Dat...

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