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Buchtipp

Rock the Tech Stage


IT-Kongresse haben sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt – als der Rezensent ein junger Spund war, reichte es im IT-Bereich aus, mit einem schwarzen Sakko, einem kontroversen Demonstrationsobjekt und ein paar blöden Witzen auf die Bühne zu gehen, um den Titel „Best Talk of Show“ mitzunehmen. Heute liegt die Latte höher. Apress schickt mit „Rock the Tech Stage“ nun ein 120 Seiten langes Lehrbuch ins Rennen, das neue Interaktionsmethoden erklärt. In 13 Kapiteln dekliniert Oscar Santolalla dabei tour à tour alles durch, was der angehende Kongressredner wissen sollte. Dabei sind Sachen enthalten, die man vielleicht schon kennt. Dass sich der Zuhörer Sachen besser merkt, wenn man sie in Form einer „erlebbaren Story“ verpackt, dürfte logisch sein.

Nach diesen einführenden Überlegungen erklärt der Autor die Rolle der insbesondere bei erfahrenen Sprechern ob des Demorisikos oft unbeliebten Livedemonstrationen – spätestens seit Elon Musks Fehlschlag mit dem Cybertruck gilt, dass man bei intelligenter Vorgehensweise aus einer an sich fehlgeschlagenen Demo PR-technisches Kapital schlagen kann. In den darauffolgenden Abschnitten zu Metaphern, Datenvisualisierung und der „Kommunikation von Passion“ finden sich Informationen, die sozial herausgeforderte Entwickler interessant finden. Wenn „Rock the Tech Stage“ den Leser dazu animiert, sich ein Buch über Diagramme zu kaufen, ist die Welt unterm Strich ein besserer Platz. (Anmerkung: Das Interpretieren von Torten- und sonstigen Diagrammen ist insbesondere in Fachhochschulen ein sehr beliebter Aufnahmetest.)

Mikko Hypponen ist für seine amüsanten Vorträge legendär – im Buch kommt er an mehrerlei Stelle vor. Der Rezensent war von seiner Nutzung eines Overheadprojektors besonders beeindruckt, um das Konzept „für IT-Ausfälle vorbereitet sein“ plastisch zu illustrieren. Auch sonst finden sich in diesem Kapitel Überlegungen, die zur Suche realer Demonstrationssubjekte beitragen: Steve Jobs’ Vorführung des ersten MacBook Air unter Nutzung eines Dokumentenumschlags verdient ebenfalls lobende Erwähnung.

Die sonstigen Ausführungen, beispielsweise zum guten Aufbau einer PowerPoint-Präsentation, fallen dann wieder in die Rubrik Captain Obvious: Es sei allerdings angemerkt, dass jemand davon profitieren kann, der seine erste Präsentation hält. In Zeiten der Coronaviruspandemie mag das Herausgeben eines Lehrbuchs für Livepräsentationen deplatziert erscheinen. Das vom Apress-Verlag auf den Markt gebrachte Buch beeindruckt allerdings...

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