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Die Retrospektive als helfendes Ritual

Aus Projektfehlern lernen


Die Grundlage agilen Arbeitens ist das ständige Lernen aus dem eigenen Handeln. Mit Retrospektiven hinterfragen alle Beteiligten das eigene Vorgehen regelmäßig und optimieren es. Doch im stressigen Projektalltag verliert die Retrospektive oft an Bedeutung. Immer wieder begegnet uns ein: „Wir machen Scrum, aber für Retrospektiven haben wir keine Zeit.“ Der Verzicht auf Retrospektiven ist der Verzicht auf den Motor und Hebel für Prozessverbesserungen – ein Plädoyer für gute Retrospektiven.

Unsere Schulzeit lehrte uns durch Klassenarbeiten und Klausuren, dass sich Fehler negativ auf unsere Ergebnisse auswirken. Die Nachbetrachtung unserer Fehler hat selten stattgefunden. Nur durch eigenes Engagement und selbstständiges Auseinandersetzen mit den Fehlern konnten wir eine Lehre für uns ziehen. Dabei ist die genaue Betrachtung von Fehlern und die Auseinandersetzung mit der Frage „Was konkret hätte ich anders machen können?“ die einzig zielführende Frage. Bleibt es bei der einfachen Schuldzuweisung an sich selbst, findet keine bewusste Veränderung des Vorgehens statt. Das Ziel, beim nächsten Mal mehr zu leisten, ist nicht messbar. Wann ist es genug? Was ist mehr? Und was konkret hätte uns in der Klassenarbeit oder der Klausur weiterhelfen können?

Aus Fehlern lernen

Agiles Arbeiten bietet mit der Retrospektive den passenden Methodenbaustein für die Beantwortung dieser konkreten Fragen. Es geht nicht darum, festzuhalten, wer an welcher Stelle an einem Fehler schuld ist, sondern darum, welche Veränderungen dazu beitragen können, die gemachten Fehler in Zukunft zu vermeiden. Einer der Gründe, warum Retrospektiven schwer Einzug in den Projektalltag finden, sind die alten Schulerfahrungen. Es ist uns unangenehm, über Fehler zu sprechen.

Routinen durchbrechen

Unbewusste Handlungen, die in Routinen übergegangen sind, erleichtern die tägliche Arbeit. Es kostet weniger Energie, Handlungen unbewusst zu wiederholen, statt Energie dafür aufzuwenden, die Handlungen in den Bewusstseinsraum zu holen und den gewählten Weg zu hinterfragen. Aus diesem Grund fallen Veränderungen, insbesondere die des eigenen Verhaltens, besonders schwer. Oft haben wir uns bestimmte Verhaltensweisen über Jahre hinweg selbst antrainiert. Wenn wir morgens aufstehen, machen wir uns nur selten Gedanken darüber, welche Handlungen notwendig sind, um erfolgreich Kaffee oder Tee zu kochen. Ebenso wenig stehen wir wohl morgens im Badezimmer und müssen uns überlegen, welche Schritte notwendig sind, um unsere...

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