Windows Developer - 05.2020 - Rundum flexibel und genau passend


Preis: 9,80 €

Erhältlich ab:  April 2020

Umfang:  100

Autoren / Autorinnen: Rainer Stropek, Oliver Sturm, Mirko Schrempp, Frank Ully, Holger Schwichtenberg, Thorsten Kansy, Golo Roden, Tam Hanna, Thomas Claudius Huber, Veikko Krypczyk, Stefan Seltmann, Annette Heidi Bosbach, Elena Bochkor, Michael Rohrlich, Manfred Steyer

Liebe Leserin, lieber Leser,

pandemische Viren sind für ITler nichts neues, jedenfalls dann nicht, wenn sie durch die Kupfer- und Glasleitungen marodieren und silikonbasierte Systeme attackieren. Wir haben uns mit der Bezeichnung Computervirus eine Metapher für ein Stück Software geschaffen, das ohne unser Wollen in Systeme eingreift, sie infiziert, und sich darin verbreitet. Aber es wurde von jemandem bewusst entwickelt. Wir ergreifen Maßnahmen wie die Isolierung betroffener Systeme und entwickeln Schutzmaßnahmen, um die Infektionsrate zu senken, und suchen nach einer Lösung zur Verteidigung und Beseitigung.

Das Vorbild dieser Metapher, natürliche Viren wie der aktuell grassierende Coronavirus erleben, lassen sich ähnlich beschreiben, folgen aber anderen Regeln und haben andere Folgen für jeden einzelnen und die Gemeinschaft.

Über die echten Viren wollen wir hier nicht sprechen, das wird an anderer Stelle kompetenter getan, aber sie stehen doch in einem Verhältnis zur IT und haben zahlreichen Effekte. Einer dieser Effekt lässt sich unter dem Schlagwort Homeoffice betrachten. War dieses Thema im Großen von den unterschiedlichen Anbietern von Collaboration-Software und im Kleinen von Start-ups besetzt, deren verteilte Teams anders nicht arbeiten konnten, bekommt es jetzt eine neue Dimension. Firmen, auch unser Verlag, gehen in den Homeofficemodus, um ihre Mitarbeiter und ihre Produktivität zu schützen. Dabei stellen viele das erste Mal im Großen und unter ungemütlichen Bedingungen fest, wie es sich für den einzelnen anfühlt, ohne direkten Kontakt zu Kollegen zu arbeiten, und vor allem auch, wie gut die bisher genutzten Technologien wirklich geeignet sind. Plötzlich stellt man fest, dass nicht alle Kollegen ein Notebook oder VPN-Zugang haben. Daten, die aus Sicherheitsgründen oder Tradition auf dem internen Server liegen, sind von außen nicht erreichbar. Man stellt fest, dass doch nicht alle Abläufe ohne weiteres remote laufen.

Aus IT-Sicht ist das kein Test, sondern der Ernstfall unter realen Bedingungen, der tatsächlich zeigt, was Systeme können müssen, wenn wir wirklich immer und von überall arbeiten können sollen und nicht mehr bloß wollen. Leitungen, Sicherheit, Verfügbarkeit, Skalierbarkeit, einfache und für jeden verständliche UX von Programmen, die im Büro kaum gebraucht werden usw. werden in der Summe zu Problemen, die vorab nicht getestet werden konnten. Sie jetzt zu testen, kommt für einige Firmen vielleicht zu spät. Die Situation zeigt, wie recht jene hatten, die schon immer gesagt haben, dass es gilt, sich gegen Situationen zu wappnen, von denen andere glaubten, sie werden schon nicht eintreten. Sicher werden viele Firmen nach dem Abflauen der Krise über die Frage, ob ihre System auch remote, also im Web oder über eine Cloud, funktionieren muss, anders denken – die aktuelle Situation stellt Traditionen, Gewohnheiten und falsche Sicherheiten in Frage.

Unter diesem Blickwinkel sind die Artikel dieser und vieler vorheriger Ausgaben des Windows Developer, die noch unter der Prämisse vereinbart wurden, dass sie „irgendwie“ und „grundsätzlich“ aktuell und technologisch interessant sind, eine neue Bedeutung. Seien es allgemeine Überlegungen zu Domain-driven Design, das von Golo Roden diskutiert wird, oder dessen praktische Umsetzung in Microfrontends für SaaS-Lösungen wie Office 365, die von Manfred Steyer beschrieben werden, oder die von Rainer Stropek vorgestellten Durable Functions und Entity Functions für Microservices-Lösungen. Immer wieder ging und geht es um flexible, stabile, global funktionierende Systeme, die ein effizientes und sicheres Arbeiten ermöglichen. Diese Aufgaben werden uns auch in Zukunft beschäftigen, aber sicherlich aus einer anderen Erfahrung heraus.

Bis dahin, passen Sie auf sich und ihr Umfeld auf – und bleiben Sie gesund.

schrempp_mirko_sw.tif_fmt1.jpgMirko Schrempp, Redakteur

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