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Mit vielen kleinen Schritten zum perfekten Visual Studio

Auf Lamas Spuren


Je umfangreicher ein Produkt, desto schwieriger ist die Wartung und desto steiler die dazugehörende Lernkurve. Das Anbieten eines Plug-in-Systems schafft hier Abhilfe – ein Verfahren, das Microsoft in Visual Studio seit langer Zeit unterstützt. Zeit für eine kleine Liste von besonders interessanten Extensions.

Das wahrscheinlich erfolgreichste Beispiel für gelungene Nutzung von Plug-ins, Skin-Systemen und Co. ist das 1997 erstmals erschienene MP3-Wiedergabeprogramm Winamp. Es gab eine Zeit, als jeder Winamp hatte – nicht nur wegen der bequemen Nutzbarkeit, sondern auch deshalb, weil das Produkt diverse Erweiterungsmöglichkeiten und schier Tausende Skins und Visualisierungseffekte von Drittanbietern unterstützte. Für Visual Studio stehen ebenfalls diverse Erweiterungen zur Verfügung, die beim viel besungenen Schlomo Normalentwickler allerdings nur sehr teilweise ankommen. Schon aus diesem Grund wollen wir hier einige besonders interessante Kandidaten vorstellen – sie sparen Zeit, lösen Probleme und tragen einfach dazu bei, das Leben des Entwicklers angenehmer zu gestalten.

Vom Ökosystem der Visual Studio Extensions

Die Möglichkeit zur Erzeugung von Erweiterungen für Visual Studio ist seit Jahr und Tag dabei – schon für Visual Studio 2005 gab es ein SDK, mit dem man dem Produkt neue Tricks beibringen konnte. Die Auf- und Abwärtskompatibilität zwischen den verschiedenen Versionen ist dabei nur sehr rudimentär gegeben. Auf Stack Overflow finden sich immer wieder Diskussionen, die darauf hinweisen, dass man mit einer möglichst aktuellen Baseline weniger Probleme mit der Wartung seiner Extension hat. Sei dem, wie es sei, wir wollen dennoch einen kurzen Blick auf die Möglichkeiten zur Erweiterungsverwaltung und Erweiterungsbeschaffung werfen. Erster Dreh- und Angelpunkt ist das Menü Erweiterungen | Erweiterungen verwalten. Wer es in einer Version von Visual Studio 2019 anklickt, bekommt das in Abbildung 1 gezeigte Fenster präsentiert.

hanna_vsextension_1.tif_fmt1.jpgAbb. 1: Der Visual-Studio-Erweiterungsassistent in seiner vollen Pracht

Anlaufpunkt Nummero zwei ist der Visual Studio Marketplace [1]. In ihm lassen sich die diversen Erweiterungen als VSIX-Paket herunterladen und danach über den VSIX-Installer deployen.

hanna_vsextension_2.tif_fmt1.jpgAbb. 2: Das Visual-Studio-Ökosystem ist auch im Web ansprechbar

Interessant ist im Visual Studio Store vor allem, dass Drittanbieter hier ebenfalls Pakete hochladen können. Der Featured-Bereich war zumindest zum Zeitpunkt der Drucklegung allerdings zu knapp 85 Prozent mit Microsoft-eigener Software belegt.

Teilweise Open Source

Es zahlt sich immer aus, die Webseite eines Plug-ins im Visual Studio Marketplace zu besuchen. Viele der Erweiterungen sind nämlich quelloffen. In diesem Fall findet sich dort auch ein Link zum GitHub-Repository mit dem eigentlichen Applikationscode.

Extensions als Retter von Freundschaften

Egal, ob Zigarrensorte, Biermarke oder Lieblingsflugzeug sowjetischer Bauart: Es gibt kaum ein Thema, über das sich eine Gruppe von Ingenieuren mit gegenseitigem Respekt über kurz oder lang nicht zivilisiert unterhalten kann. Eine explizite Ausnahme davon ist allerdings die Formatierung von Code: An der Frage, wo man geschwungene Klammern platziert, ist schon mehr als nur eine großartige wirtschaftliche Zusammenarbeit zerbrochen. Auch wenn zur Lösung der Grundlagenfrage eine Version von Nazar Speaks (Anspielung: GTA Online) besser geeignet wäre als ein schnödes Visual-Studio-Plug-in, gibt es doch eine ganze Gruppe kleiner Helferlein, die die Intensität derartigen Streits reduzieren. Kandidat Nummer eins dieser illustren Aufstellung ist das von Steve Dower entwickelte Indent Guides [2], das auf Interessenten wartet. Lohn der Mühen ist, dass Sie fortan – wie in Abbildung 3 gezeigt – Unterstützungslinien eingeblendet bekommen, die Sie über den Einrückungsgrad des vorliegenden Codestücks informieren.

hanna_vsextension_3.tif_fmt1.jpgAbb. 3: Dank Indent Guides ist die Codeformatierung einfacher

Ein weiteres unterstützendes Feature der in den Einstellungen von Visual Studio im Detail konfigurierbaren Erweiterung ist, dass sich das Aussehen der einzelnen Linien an Ihre Bedürfnisse anpassen lässt. Zudem wird die zum gerade aktiven, also von der Cursorposition berührten Zeile gehörende Linie zusätzlich farblich hervorgehoben.

Mit dem Werkzeug Fix Mixed Tabs [3] steht ein ehemals als Teil der Productivity Power Tools angebotenes Werkzeug nun auch als Stand-alone-Download zur Verfügung. Seine Aufgabe ist einfach: Öffnen Sie eine Codedatei, die sowohl Tabs als auch Leerzeichen enthält, so blendet das Programm ein kleines Pop-up-Fenster ein. In diesem können Sie danach eine Normalisierung der verwendeten Whitespace-Steuerzeichen befehligen.

Mit XAML Styler [4] steht dann ein explizit für die Verarbeitung von XAML-Stylesheets optimiertes Werkzeug bereit. Wie die meisten anderen Formatierungs-Plug-ins richtet es ebenfalls eine Kontextmenüoption ein, die in XAML-Editorfenstern automatisch zur Verfügung steht. Wählen Sie sie aus, so passiert, was kommen muss: XAML Styler analysiert das vorliegende Markup und wendet danach Formatierungsrichtlinien an. Es gibt hier auch einen Einstellungsdialog, in dem Sie das anzuwendende Stylesheet definieren dürfen. Interessant ist noch die Möglichkeit, den Formatierungsparser in Skripte einzubinden. So lässt er sich beispielsweise vor einem Git-Check-in oder in einem klassischen Versionskontrollsystem auf eingehende Quellcodedateien anwenden.

Springen und Laufen

Während sich die bisher erwähnten Plug-ins auf vergleichsweise fußgeherische Operationen an der Codebasis beschränken, bietet CodeMaid [5] umfangreiche – und vor allem a...

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