Windows Developer - 06.2020 - Architekturen und Webanwendungen


Preis: 9,80 €

Erhältlich ab:  Mai 2020

Umfang:  100

Autoren / Autorinnen: Mirko Schrempp, Tam Hanna, Yasmine Limberger, Eberhard Wolff, Rainer Stropek, Holger Schwichtenberg, Manfred Steyer, Sebastian Springer, Christian Liebel, Elena Bochkor, Veikko Krypczyk, Annette Heidi Bosbach, Marc André Zhou

Liebe Leserin, lieber Leser,

aktuell sind wir mit einer tatsächlich komplexen Situation konfrontiert. Eine Situation, die wir nicht einfach mit einem guten Plan beherrschen können, weil wir nicht genau wissen, was zu planen ist, denn wir wissen nicht genug. Weder über das Virus und sein Verhalten, noch darüber, welche weitergehenden Auswirkungen die getroffenen Maßnahmen haben. Was bedeuten die Schulschließungen für die Zukunft der Kinder, welche langfristigen Erfahrungen ziehen wir aus der Zeit im Homeoffice, wie wird unsere Wirtschaft im nächsten Sommer aussehen – was passiert praktisch und psychisch mit uns? Könnte noch ein Fall eintreten, der die eben gestellten Fragen in den Hintergrund drängt? Wie gehen wir mit dieser Ungewissheit um?

Wir leben in einer Phase mit vielen Ungewissheiten, von denen wir wissen, und solchen, von denen wir nicht wissen – oder, um mit Donald Rumsfeld zu sprechen, haben wir known Unknows und unknown Unknowns.

Unsicherheit in der IT

Dass etwas Unvorhergesehenes passiert, kennt jeder ITler zur Genüge. Das Unvorhergesehene soll aber nicht passieren, weder in der einfachen To-do-App noch in der Software von Flugzeugen und Beatmungsgeräten. In der IT ist man es gewohnt, Systeme und Abläufe zu kontrollieren und zu optimieren. Da gibt es unzählige Methoden und Verfahren, um Sicherheit sicherzustellen – soweit es eben geht. Und gerade in den letzten Jahren, mit der Zunahme verteilter Systeme, ist das Bewusstsein dafür gewachsen, dass auch große, komplex erscheinende System beherrschbar sein müssen. Sie sollen nicht bloß ausfallsicher, sondern resilient sein, sie sollen nicht nur bis zur letzten Codezeile geplant sein, sondern auch adaptiv auf Veränderungen reagieren können. Alles soll getestet sein und alles muss auch wieder durch ein Update angepasst werden können, ganz gleich, ob klassisch nach Wasserfall oder modern in Agile-Manier geplant.

Viele dieser Methoden sollen in zwei Richtungen wirken, sie sollen die Produkte verbessern, aber auch die Arbeitsweise der Entwickler. Verlässt man sich aber zu sehr darauf, gerät man unter Umständen in eine Situation, die man so nicht geplant hat. Es tauchen in der Umsetzung Probleme auf, die nicht vorhergesehen werden konnten und die natürlich den Plan durcheinanderbringen. Die Kunst ist es, jetzt zu wissen, was man will, und anzuerkennen, dass man nicht alles wissen und planen kann. Durch Ausprobieren findet man heraus, was der bessere Weg ist. Dazu gehört auch, dass man Fehler in Kauf nimmt und daraus lernt, um besser zu werden. Denn in adaptiven Systemen lässt sich eben erst im Nachhinein sagen, was richtig war. Gerade diese Fähigkeit haben viele ITler, vom Admin bis zum Architekten, in den letzten Jahren trainiert, und diese Kompetenz ist es auch, die in einer Phase großer Ungewissheit, wie wir sie jetzt haben, sicherstellt, dass das die IT in der Lage ist, ihre Systemrelevanz aufrechtzuhalten – vom globalen Kommunikationssystem bis hin zum Open-Source-Beatmungsgerät –, auch wenn man heute noch nicht wissen kann, was morgen sein wird.

schrempp_mirko_sw.tif_fmt1.jpgMirko Schrempp, Redakteur

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