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Microfrontends mit Angular im Praxiseinsatz

Architektur für agile Teams


Wir haben mehrere namhafte Unternehmen gefragt, warum und wie sie Microfrontends nutzen. Ein Mittelständler gibt Auskunft, warum er sich bewusst dagegen entschieden hat.

In den letzten Jahren habe ich einige Kunden bei der Umsetzung von Microfrontends mit Angular unterstützt. Dabei unterscheiden sich die Realisierungen teilweise beträchtlich voneinander. Der Grund dafür sind die vielen verschiedenen Implementierungsvarianten von Microfrontends, mit denen unterschiedliche Vor- und Nachteile einhergehen. Diese müssen im konkreten Fall gegen die vorherrschenden Architekturziele abgewogen werden.

In diesem Artikel zeige ich Implementierungsvarianten sowie deren Konsequenzen anhand von praktischen Beispielen auf. Dazu habe ich einige Kunden befragt – fünf dieser Gespräche präsentiere ich hier nach einem kurzen Überblick. Um zu unterstreichen, dass Microfrontends nicht immer passend sind, gibt es am Ende noch einen Fall, in dem sich ein Unternehmen gegen diesen Architekturstil entschieden hat.

Was sind Microfrontends?

Ähnlich wie bei Microservices im Backend ist die Idee von Microfrontends, mehrere kleine anstatt einer einzigen großen Anwendung zu nutzen. Die Vorteile dieser Art der Modularisierung sind in erster Linie nicht technischer, sondern organisatorischer Natur, da sie weitgehend autarke Teams ermöglichen. Jedes Team kümmert sich um sein eigenes Microfrontend und soll sich nur wenig mit anderen Teams abstimmen. Das bedeutet auch, dass Technologiestacks sowie Architekturstile, die am besten zur jeweiligen Domäne passen, zum Einsatz kommen können. Einen firmeninternen Technologiemix führt man natürlich nicht aus Jux und Tollerei ein. Bei Softwaresystemen und Produktsuiten, die über eine Dekade oder länger hinweg entwickelt werden, ist es jedoch durchaus sinnvoll, zwischendurch auf aktuelle Stacks wechseln zu können. Ein weiterer Vorteil von Microfrontends ist die Möglichkeit, jedes Frontend separat bereitstellen zu können. Teams blockieren sich also nicht mehr gegenseitig und das bringt Agilität.

Wo sind die Herausforderungen?

So verlockend diese Vorteile auch klingen mögen – problemlos umsetzbar sind sie nicht. Das liegt unter anderem daran, dass aktuelle SPA Frameworks sowie Bundling-Lösungen (noch) nicht mit dieser Idee im Hinterkopf geschaffen wurden. Das bedeutet, dass die Teams ggf. selbst Infrastrukturcode zur Orchestrierung der einzelnen Microfrontends entwickeln müssen [1]. Außerdem gilt es, verschiedene Fragen zu klären, z. B., wie die einzelne...

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