Windows Developer - 08.2018 - Versammlung im Web


Preis: 9,80 €

Erhältlich ab:  Juli 2018

Umfang:  100

Autoren / Autorinnen: Yasmine Limberger, Stefan Baumgartner, Holger Schwichtenberg, Tam Hanna, Marc André Zhou, Thorsten Kansy, Gregor Biswanger, Rainer Stropek, Tam Hanna, Thomas Mahringer, Sebastian Gingter, Carsten Eilers, Mirko Schrempp, Veikko Krypczyk, Elena Bochkor, Benjamin Lanzendörfer

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir hatten uns daran gewöhnt, dass eine Technologie, eine Plattform, eine Sprache oder ein Gerät für eine bestimmte Sache das Beste ist. Die Firmen haben sich auch bemüht, immer wieder hervorzuheben, dass genau dieses Eine das Beste sei und natürlich immer nur das Beste für das Ziel, die Entwickler, die Unternehmen oder die Kunden – je nachdem, wem man es verkaufen wollte. Es kam auch immer wieder etwas Neues, das noch besser sein sollte als das eben noch Beste – was auch immer es war, es war einzigartig und sollte es auch bleiben. Zusammenarbeit war nicht gefragt. Wer in der Microsoft-Welt entwickelte, hatte genau dafür die besten Sprachen und Tools, wer in der Java- oder Apple-Welt unterwegs war, hatte die dort jeweils besten und so weiter. Und die Welten waren gegeneinander abgegrenzt, und so sollte es auch sein.

Das Bild passt heute nicht mehr. Die meisten Firmen am Markt wollen natürlich immer noch das Beste für Entwickler, Unternehmen und Kunden – aber der Weg dahin scheint ein anderer. Nicht mehr Ausgrenzung, sondern Grenzüberschreitung und Integration sind jetzt der Weg zum Glück. Und der Ort, an dem sich gerade alle treffen, ist das Web.

Die Versammlung im Web

Während auf der einen Seite versucht wurde, Platzhirsche zu etablieren, die ihr Revier, ihre Plattform und ihre Domäne im vereinfachten wirtschaftsdarwinistischen Bild erobern und verteidigen sollten, stand den proprietären Plattformen, Sprachen und Tools ein Ökosystem entgegen, in dem jeder seine Nische finden konnte. Das auf der einen Seite sehr einfach und beharrlich blieb und auf der anderen immer auf der Höhe der Zeit war – und doch war es jahrelang nur „das Web“. Es war da, es verband alles und jeden, aber es stand nicht im Fokus der ganz Großen am Markt. Browserkriege hin oder her, ein einfacher Editor und ein bisschen HTML, und schon war und ist man im Web präsent – bis heute geht das so einfach. Aber es geht auch ganz anders. Nachdem jeder seine Plattform, sein Appmodell, seinen Store und seine Weltanschauung in den Ring der konkurrierenden Ökosysteme geschickt hat, erleben wir gerade, dass Zusammenarbeit und vielleicht sogar echte Evolution in der IT zu einer neuen Form der kooperativen Softwareentwicklung führen. Browserkompatibilität, JavaScript, Progressive Web Apps, die Cloud und nicht zuletzt nun WebAssembly führen Technologien zusammen und lassen neue Ökosysteme entstehen – das Web versammelt sie alle und lässt sie ihre Nische finden, in der sie ihre „Fitness“ beweisen können. Mit WebAssembly können Sie Code in nahezu jeder Sprache, z. B. C#, für die Webplattform kompilieren und im Browser innerhalb einer sicheren Sandbox fast mit nativer Geschwindigkeit ausführen. Sebastian Gingter stellt Ihnen vor, wie es geht. Es wäre naiv zu glauben, dass damit das Ziel, die Besten zu sein, von den einzelnen Unternehmen aufgegeben wird, doch die Entwicklung dahin ist sicher transparenter, offener und abwechslungsreicher.

schrempp_mirko_sw.tif_fmt1.jpgMirko Schrempp, Redakteur

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