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Teil 1: Kosten und ökonomische Effizienz der IT-Entwicklung

Hier wird das Geld verdient


Line-of-Business-Applikationen werden nach wie vor primär für Windows-Systeme erstellt. Für die Softwareentwicklung stellt sich nun die Frage nach der Vorgehensweise. Was ist aus ökonomischen Gesichtspunkten eine gute Option? Neben den technischen Features steht die Frage der Time-to-Market im Fokus. Es konkurrieren unterschiedliche Ansätze miteinander. Aufwand, Zeit und Geld spielen eine wichtige Rolle.

Entwickler und Designer sind i. d. R. begeistert von den stetig neuen Möglichkeiten, die die Weiterentwicklung der Technik mit sich bringt. Ein neues Framework, eine neue Klassenbibliothek, eine neue Programmiersprache oder sogar ein völlig veränderter Ansatz. Jede neue Technik verspricht, die Probleme einfacher und eleganter zu lösen. Es ist auch die Antwort auf die zunehmende Komplexität von Anforderungen, die es zu beherrschen gilt. Auf der anderen Seite stehen die ökonomischen Aspekte. Das IT-Management ist primär an der Beantwortung der folgenden Fragen interessiert: Wie lange wird es dauern, bis eine neue Applikation zur Verfügung steht? Welche Gesamtkosten werden dabei entstehen? Können wir das Projekt selbst stemmen oder benötigen wir externes Know-how? Können vorhandene Softwarebestandteile wiederverwendet werden oder müssen wir sprichwörtlich ganz von vorn beginnen? Auf diese Fragen gibt es natürlich keine einfachen Antworten. Sie machen jedoch deutlich, dass sich Entwicklung und Management hier oft gegenüberstehen.

In dieser zweiteiligen Artikelserie soll es um die Effizienz und die damit verbundenen Kosten der Softwareentwicklung gehen. Dabei gehen wir wie folgt vor: Wir betrachten zunächst aus übergeordneter Perspektive, welche grundsätzlichen Kostenarten bei der Softwareentwicklung berücksichtigt werden müssen. Neben den Kosten spielt heute der Faktor Zeit eine immer größere Rolle. Der IT kommt heute im Licht der digitalen Transformation eine andere Rolle zu, als dies historisch der Fall war. Das hat letztendlich einen großen Einfluss auf die Effektivität.

Auch in die Praxis wollen wir blicken. Um das Feld hier nicht zu weit aufzumachen, bleiben wir weitgehend bei der Entwicklung von Windows-Applikationen. Der Grund ist recht einfach: In einem Großteil der Unternehmen ist Windows nach wie vor das am meisten genutzte Desktopbetriebssystem. Individuelle Businessapplikationen basieren auf diesem Ansatz, müssen gewartet, weiterentwickelt oder neu konzipiert werden. Wir geben einen Überblick über die technischen Möglichkeiten zur Entwicklung von Windows-Anwendung. Das Kriterium der Effizienz wird dabei eine wichtige Rolle spielen.

Kostenarten der Softwareentwicklung

Softwareentwicklung ist kostenintensiv. Das gilt insbesondere dann, wenn es sich um Individualentwicklung handelt. Von der Anforderungsanalyse bis hin zur Bereitstellung der Software und der laufenden Pflege sind der Aufwand und die damit verbundenen Kosten zu kalkulieren. Mit Hilfe moderner und flexibler Vorgehensmodelle aus dem agilen Spektrum wie Scrum trägt man dem Umstand Rechnung, dass die Planung oft revidiert werden muss. Man schafft es, den Kunden die Applikationen zeitnah bereitzustellen und auch das Scheitern oder die sehr lange Verzögerung des Projektanschlusses zu vermeiden. Geädert haben sich jedoch nicht die anfallenden Kostenarten der Entwicklung. Auch als Entwickler/Designer ist es hilfreich, darüber einen groben Überblick zu haben. Interessant ist dabei, dass sich die reinen Entwicklungskosten nur sehr schlecht von den anderen IT-Kosten trennen lassen. Das wird an einem einfachen Beispiel schnell deutlich: Software bedingt auch immer Hardware. Die Kosten für die Hardware resultieren daher indirekt auch immer aus der Entwicklung. Eine vollständige Trennung ist hier also nicht möglich. Eine grobe Einteilung zu den anfallenden IT-Kosten stammt von Gadatsch und Mayer und gibt eine erste Orientierung [1]:

  • Kosten für Entwicklung: Kosten für Anwendungsentwicklung, -support, -wartung, Schulungskosten und Beratung

  • Kosten für Betrieb: Kosten für Hosting und Serverbetrieb, Netzwerkservice, Gerätewartung und die Arbeitsplätze

  • Kosten für Material: alle anfallenden Kosten für Material, zum Beispiel Papier, Tinte, Druckertoner etc.

  • Kosten für Abschreibungen, Miete und Leasing: Abschreibungen auf Hard- und Software, Miete von Cloudspeicher etc.

Diese Einteilung ist zunächst sehr grob und fasst alle IT-Entwicklungskosten zu einem großen Block zusammen. Die größte Position dürften dabei die Personalkosten ausmachen. Eine alternative Aufteilung der Kosten basiert auf dem Produktionsfaktorenprinzip [2]:

  • Personal- und Arbeitskosten: Vergütung, Sozialabgaben, Altersversorgung und Schulung

  • Sachkosten: Betriebsmittel, Bürobedarf, Abschreibungen auf Hard-, Software und sonstige Geräte

  • Fremddienstleistungen: Outsourcing, Beratungskosten, Reparaturkosten, Versicherungen, Wartungskosten, Leasing/Miete für Hardware/Software

  • Kapitalkosten: kalkulatorische Zinsen für das gebundene Kapital

  • Steuern/Gebühren/Beiträge: Prüfungsgebühren, Beiträge für Fachorganisation und Berufsgemeinschaft etc.

  • Sonstige Kosten: Werbung, Reisekosten etc.

Die dritte an dieser Stelle vorg...

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