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Adaptive Cards: Benutzeroberflächen in JSON definieren

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Verwenden Sie Markdown? Ich bin ein großer Fan dieser Sprache geworden, weil sie einfach, aber ausreichend ausdrucksstark für viele meiner Dokumente ist und ich am Schluss entscheiden kann, wie ich das Dokument rendern will: PDF? HTML? Word? Bild? Adaptive Cards sind wie Markdown für Benutzeroberflächen – eine simple, aber ausreichende Beschreibung von kleinen Benutzeroberflächen.

Es ist schon mehr als vier Jahre her, seit mehrere Teams bei Microsoft eine ähnliche Idee hatten. Der Wunsch nach einer visuellen Kärtchendarstellung kam vom Bot-Framework-Team (Karten als Message), vom Windows-Team (Live Tiles, Notifications) und vom Outlook-Team (Actionable Messages). Es hätte in der Vergangenheit nicht weiter überrascht, wenn jedes Team sein eigenes Süppchen gekocht hätte, doch es kam anders: Die Adaptive Cards waren geboren. Man setzte sich zum Ziel, ein austauschbares, JSON-basiertes Schema zur Beschreibung einfacher, visueller Karten zu erschaffen und ergänzend dazu SDKs anzubieten, die diese Kartenbeschreibung rendern können (Beispiele sind in den Abbildungen 1 und 2 zu sehen).

Man könnte Adaptive Cards daher rasch mit einem UI Framework verwechseln, denn auch im Adaptive-Card-Format gibt es Steuerelemente wie Textblöcke, Bilder und Buttons. Schreiben wir unser UI statt in XAML oder HTML also zukünftig im Adaptive-Card-Format? Natürlich nicht. So wie Markdown nur einen Bruchteil der Möglichkeiten von Microsoft Word besitzt, konzentriert sich das Adaptive-Card-Format auf sehr simple Anwendungsfälle. Es gibt auch keinen Code-Behind oder sonstige Möglichkeiten, ausführbaren Code in einer Adaptive Card zu verpacken.

schacherl_adaptive_cards_1.tif_fmt1.jpgAbb. 1: Beispiel einer Adaptive Card: Restaurantbewertung
schacherl_adaptive_cards_2.tif_fmt1.jpgAbb. 2: Beispiel einer Adaptive Card: Flugbuchung

Adaptive Cards und Microservices

Warum sind Adaptive Cards auch für Web- oder Windows-Entwickler interessant? Denken Sie an folgendes Szenario: Gegen die Angst vor der leeren, weißen Startseite hilft in zahlreichen Applikationen nur ein Dashboard. Mehr oder weniger sinnvolle Daten und Fakten dienen neben aktuellen Benachrichtigungen als Ausgangspunkt für die Anwendung. Nicht selten entsteht auch der Wunsch nach Anpassbarkeit und Erweiterbarkeit dieses Dashboards. Die einzelnen Kärtchen könnte man nun mit der UI-Technologie seiner Wahl beschreiben – oder Adaptive Cards einsetzen. Der große Vorteil entsteht in Microservice-Architekturen: Was, wenn die unterschiedlichen Services in der Lage wären, eigenständig Kärtchen für das Dashboard bereit...

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